Rosenschöne

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Texte der Liebe.
106 Seiten, gebunden, Schutzumschlag, Leseband
ISBN 978-3-905831-02-3

Produktnummer: SW10062
«Was wirklich zählt, wenn alles gesagt ist und getan, wenn alles erlebt ist
und durchstanden, wenn alle Wege sich gekreuzt haben und alle
Erfahrungsblumen gepflückt sind – was wirklich zählt, ist die Liebe.»
In seinen romantischen Gedichten, Prosatexten und Aphorismen offenbart Ronald Zürrer einen Kranz zartester Blüten aus dem reichen Garten seiner Gefühle. Für ihn umfaßt Liebe nicht nur das leichte, schmetterlinghafte Schweben des Verliebtseins, sie kann und soll uns darüber hinaus auch das Herz für ein inniges, ehrliches Verbundensein öffnen, das uns den Blick auf die Schönheit und Sinnhaftigkeit dieser Welt entschleiert. Hier gehen melancholische Einsamkeit und gemeinsam gefeierte Lebensbejahung Hand in Hand, tränenvolle Traurigkeit und jubelnde Freude wechseln sich wie Jahreszeiten ab und ergänzen sich zu einer Einheit.
Die «Rosenschöne» ist für den Dichter das Sinnbild der ewig Geliebten und Ersehnten, die dem Herzen stets so nah ist und doch in wunderlicher Weise immer unerreichbar bleibt.

Leseprobe

Was wirklich zählt
Was wirklich zählt,
wenn alles gesagt ist und getan,
wenn alles erlebt ist und durchstanden,
wenn alle Wege sich gekreuzt haben
und alle Erfahrungsblumen gepflückt sind,
was wirklich zählt,
ist die Liebe.
Was wirklich zählt,
dann, wenn du leise dein Bündel packst
und weiterwanderst auf dem langen Wege,
erschöpft und erwartungsvoll zugleich,
wenn du nichts mitnehmen wirst außer diesem,
was wirklich zählt,
ist die Liebe.
Was wirklich zählt,
ist nicht der Plunder, den du angehäuft hast
und der deinen Rucksack schwer macht,
ist nicht, wieviel du gesammelt oder geleistet hast,
wie oft du gelobt oder belächelt wurdest,
was wirklich zählt,
ist die Liebe.
Was wirklich zählt,
ist die Liebe,
sie war am Anfang
sie ist jetzt
sie wird immer sein.
Was wirklich zählt,
ist die Liebe,
die Liebe allein.
(Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne»)
____________________________________
Halte Ausschau
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
dessen gütiger Blick Seiten an dir erkennt,
die dir selbst bislang verborgen waren,
und der dir dich zeigen kann.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der dich respektvoll annimmt, genauso wie du bist,
der dich aber erwartungslos unterstützt,
wenn du dich verändern willst.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der dir zuhört, wo andere dich unterbrechen,
der dich umarmt, wo andere dich verstoßen,
und der dich freiläßt, wo andere dich festhalten.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der dich anlächelt, wenn du traurig bist,
der dir zuzwinkert, wenn du zornig bist,
und der mit dir tanzt, wenn du fröhlich bist.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der Frieden in seinem Herzen trägt,
Klarheit in seinem Geist
und Zärtlichkeit in seinen Händen.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der seine Versprechen hält und dich niemals belügt,
selbst dann nicht, wenn die Wahrheit bitter
und die Lüge zuckersüß schmeckt.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der das Gute in dir zum Wachsen bringt,
der deiner Seele Flügel verleiht
und deinem Körper einen festen Grund.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der alle Wege mit dir geht
und sie still zu seinen Wegen macht,
ohne daß du es merkst.
Halte Ausschau nach jenem Menschen,
der nichts braucht in dieser Welt
und der sich nichts anderes wünscht
als deine Liebe und deine Aufmerksamkeit.
Und wenn du ihn gefunden hast,
diesen Menschen,
dann öffne ihm ohne Zögern dein Herz
und schenke ihm deine ganze Liebe.
(Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne»)
____________________________________
Voller Schönheit
Voller Schönheit ist die Welt
und voller Wunder,
im Kleinen wie im Großen.
Hundert unerkundete Zaubergärten,
Tausend ungesungene Lieder,
eine Million ungetanzte Schritte
sehnen dem Augenblick entgegen,
von dir entdeckt zu werden
und belebt von deiner Schöpferkraft.
Erschaffen bist du, Kind der Sonne,
um zu leben, um zu tanzen,
in Leichtigkeit und Frohsinn,
auf daß du glücklich seiest
und dankbar
jeden Tag aufs neue.
Beobachte also,
erkunde die Geheimnisse um dich,
im Kleinen wie im Großen,
und entfalte dich!
Siehe, Kind der Sonne:
Alles ist dir gegeben,
Schönheit und Würde,
Kraft und Vermögen,
alles zu begreifen, zu verstehen,
alles zu überwinden.
Tanze also,
spiele dein Spiel,
im Kleinen wie im Großen,
und lüfte die Schleier.
Voller Schönheit ist diese Welt
und voller Wunder,
im Kleinen wie im Großen –
und doch eine Ahndung nur
jener fernen Heimat,
die seit Ewigkeiten schon
deiner Rückkehr entgegensehnt.
Das Heimweh deiner Seele
wird deine Rettung sein.
(Ronald Zürrer, 2007, aus: «Rosenschöne»)
____________________________________
Die Frau, die ich lieben werde
Die Frau,
die ich lieben werde,
ist mir verwandt
und immer
immer
sich selbst.
Die Frau,
die ich lieben werde,
wird mich lieben,
wenn ich
weil ich
mich selbst bin.
(Ronald Zürrer, 2004, aus: «Rosenschöne»)
____________________________________
Am geliebten Kamin
Ich habe am Abend ein Feuer entfacht
in meinem geliebten Kamin.
Es ist kalt, mitten im Sommer,
doch dies ist nur der eine Grund.
Ich will allein sein mit dem Feuer.
Ich versinke in den Flammen,
taumle im süßen Rauch,
lasse mich willig erschrecken
vom Knacken des zerberstenden Holzes,
denke an vieles und nichts.
Kälte kann mich nicht erschrecken,
Gedanken auch nicht, sie wärmen,
auch nicht das Alleinsein
oder seine Begleiterin, die Traurigkeit.
Sie sind Teil meines schönen Lebens.
Ich genieße diesen Moment
alleine mit dem Feuer am geliebten Kamin;
mit niemandem möchte ich ihn teilen.
Aber ich werde dir davon erzählen –
und später vielleicht neue Momente teilen
mit dir am geliebten Kamin.
(Ronald Zürrer, 2002, aus: «Rosenschöne»)
Autor "Zürrer, Ronald "
Geboren am 30. Dezember 1961 in Zürich (Schweiz).

Ausbildung: Grundschule und lateinisches Gymnasium in Zürich; Studium der Germanistik, der Philosophie und der vergleichenden Religionswissenschaften an der Universität Zürich; mehrjähriger Studienaufenthalt als Mönch in einem hinduistischen Kloster; Vater eines Sohnes (*1997).

Tätigkeiten: Zunächst Tätigkeit als Übersetzer und Lektor bei einem Fachverlag für philosophische Sanskritliteratur; seit 1987 selbständiger Autor, Referent und Verleger (Gründer und Inhaber des Govinda-Verlages); zahlreiche Vorträge, Vortragsreihen, Seminare und Publikationen; diverse Fernseh- und Rundfunkauftritte; Lehrtätigkeit u.a. an der Universität Zürich, an der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich sowie als freier Dozent an Volkshochschulen, bei privaten Bildungsstätten und in Firmen.

Fachgebiete: Philosophie, Religionswissenschaft, Mystik, Spiritualität, Charakterschulung sowie Psychologische Handanalyse.

Als ein führender Exponent von ganzheitlichen Denkern und Forschern ist Ronald Zürrer darum bemüht, die vermeintlichen Grenzen zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft, zwischen Logik und Mystik sowie zwischen westlichen und östlichen Erkenntniswegen zu überwinden.

Durch seine Ausbildung sowohl in der klassischen abendländischen Geistesgeschichte als auch in asiatischer Philosophie und Meditation verfügt er über die Möglichkeit, beide Traditionen von innen her zu kennen. So ist er imstande, ein schlüssiges, ganzheitliches Weltbild zu skizzieren, das unabhängig von kulturellen oder konfessionellen Begrenzungen besteht und damit neue Lösungsansätze für die Herausforderungen unserer Zeit bieten kann.

Ronald Zürrer verfügt zudem über die seltene Gabe, anspruchsvolle und komplexe Zusammenhänge in leicht verständlicher Weise zu erklären. In seinen Vorträgen und Seminaren vermittelt er logische, kritisch hinterfragte Erkenntnisse und Konzepte, durch die ein jeder sein Wissen vertiefen und sowohl sein persönliches als auch sein berufliches Leben bereichern kann. Somit wird jedem Teilnehmer die Möglichkeit geboten, grundlegende Lebensfragen selbst zu beantworten, sein bestehendes Weltbild zu erweitern, seinen Charakter zu veredeln, seinen Lebensplan zu erkennen und sich auf diese Weise als individuelle Persönlichkeit frei zu entfalten.

In seinem Buch «Weg nach Innen» schreibt Ronald Zürrer: «Ich sehe meinen Platz und meine Aufgabe vornehmlich darin, suchenden Menschen bei der Findung des eigenen inneren Weges behilflich zu sein und ihnen Orientierungshilfen sowie das gewünschte Unterscheidungsvermögen zu vermitteln. [...] Ich möchte das Wissen, das ich auf meiner eigenen intensiven Suche nach Wahrheit empfangen habe und das mir seitdem wertvoll und unentbehrlich geworden ist, mit anderen Wahrheitssuchenden teilen.»

Für seine Verdienste in der Reinkarnationsforschung erhielt er 2006 den «Schweizerpreis für Parapsychologie».

Motto: «Denke immer an dein Ziel, aber gehe immer nur deinen nächsten Schritt.»

[TODO: Veranstaltungen]



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Zürrer, Ronald
Geboren am 30. Dezember 1961 in Zürich (Schweiz).Ausbildung: Grundschule und lateinisches Gymnasium in Zürich; Studium der Germanistik, der Philosophie und der vergleichenden Religionswissenschaften an der Universität Zürich; mehrjähriger Studienaufenthalt als Mönch in einem hinduistischen Kloster; Vater eines Sohnes (*1997).Tätigkeiten: Zunächst Tätigkeit als Übersetzer und Lektor bei einem Fachverlag für philosophische Sanskritliteratur; seit 1987 selbständiger Autor, Referent und Verleger (Gründer und Inhaber des Govinda-Verlages); zahlreiche Vorträge, Vortragsreihen, Seminare und Publikationen; diverse Fernseh- und Rundfunkauftritte; Lehrtätigkeit u.a. an der Universität Zürich, an der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich sowie als freier Dozent an Volkshochschulen, bei privaten Bildungsstätten und in Firmen.Fachgebiete: Philosophie, Religionswissenschaft, Mystik, Spiritualität, Charakterschulung sowie Psychologische Handanalyse.Als ein führender Exponent von ganzheitlichen Denkern und Forschern ist Ronald Zürrer darum bemüht, die vermeintlichen Grenzen zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft, zwischen Logik und Mystik sowie zwischen westlichen und östlichen Erkenntniswegen zu überwinden.Durch seine Ausbildung sowohl in der klassischen abendländischen Geistesgeschichte als auch in asiatischer Philosophie und Meditation verfügt er über die Möglichkeit, beide Traditionen von innen her zu kennen. So ist er imstande, ein schlüssiges, ganzheitliches Weltbild zu skizzieren, das unabhängig von kulturellen oder konfessionellen Begrenzungen besteht und damit neue Lösungsansätze für die Herausforderungen unserer Zeit bieten kann.Ronald Zürrer verfügt zudem über die seltene Gabe, anspruchsvolle und komplexe Zusammenhänge in leicht verständlicher Weise zu erklären. In seinen Vorträgen und Seminaren vermittelt er logische, kritisch hinterfragte Erkenntnisse und Konzepte, durch die ein jeder sein Wissen vertiefen und sowohl sein persönliches als auch sein berufliches Leben bereichern kann. Somit wird jedem Teilnehmer die Möglichkeit geboten, grundlegende Lebensfragen selbst zu beantworten, sein bestehendes Weltbild zu erweitern, seinen Charakter zu veredeln, seinen Lebensplan zu erkennen und sich auf diese Weise als individuelle Persönlichkeit frei zu entfalten.In seinem Buch «Weg nach Innen» schreibt Ronald Zürrer: «Ich sehe meinen Platz und meine Aufgabe vornehmlich darin, suchenden Menschen bei der Findung des eigenen inneren Weges behilflich zu sein und ihnen Orientierungshilfen sowie das gewünschte Unterscheidungsvermögen zu vermitteln. [...] Ich möchte das Wissen, das ich auf meiner eigenen intensiven Suche nach Wahrheit empfangen habe und das mir seitdem wertvoll und unentbehrlich geworden ist, mit anderen Wahrheitssuchenden teilen.»Für seine Verdienste in der Reinkarnationsforschung erhielt er 2006 den «Schweizerpreis für Parapsychologie».Motto: «Denke immer an dein Ziel, aber gehe immer nur deinen nächsten Schritt.»[TODO: Veranstaltungen]
Handzeichen
«Im Haus der Liebe wohnt keine Furcht.Im Haus der Weisheit wohnt kein Zorn.Im Haus der Demut wohnt kein Neid.Im Haus des Friedens wohnt keine Begierde.»Eine Zusammenstellung ausgewählter Texte, Lebensweisheiten und Gedichte von Ronald Zürrer zu den Themen der Psychologischen Handanalyse:Liebe, Weisheit, Demut, innerer Friede; das Zusammenspiel von Verstand und Gefühl; die Kettenreaktion des Schicksals; die Schönheit der Tugenden; das Leben im Hier und Jetzt; das Rezept zum Glücklichsein; das Prinzip des Weiblichen und des Männlichen; die Befreiung durch Vergebung; das Geschenk der persönlichen Bestimmung; die Vollkommenheit im Unvollkommenen; 19 Tipps zur erfolgreichen Karma-Reinigung.32 Postkarten mit anregenden Texten und ansprechenden Bildern. Ideal für Psychologen, Lebensberater, Handanalytiker und für alle, die sich selbst und andere besser verstehen möchten.

27,50 CHF*

Leichtigkeit ist gar nicht so schwer
«Leichtigkeit ist gar nicht so schwer.» / «Einfachheit ist gar nicht so kompliziert.» / «Schenke dem Schönen mehr Raum in deinem Leben. Dann bleibt für das andere weniger Platz.» / «Die gesammelte Weisheit der ganzen Welt nützt dir nichts, wenn du nicht bereit bist, deinen nächsten Schritt zu tun.» / «Jeder Morgen schenkt uns eine neue Möglichkeit, uns einen glücklichen Tag zu gestalten.» «Alle Hindernisse in unserem Leben sind einzig dazu da, überwunden zu werden, auf dass wir an ihnen wachsen.» / «Wissen steckt im Kopf, Erfahrung in den Jahren, Einsicht im Herzen.» / «Sorgen um das Morgen machen nicht das Morgen leicht. Sie machen bloß das Heute schwer.» / «Vergebung ist dein erster Schritt in die Freiheit.» / «Zwinge dich nicht krampfhaft, perfekt zu sein. Sei einfach authentisch.» «Suche nicht verzweifelt nach dem Sinn des großen Ganzen. Schenke einfach jedem Moment in deinem Leben einen kleinen Sinn.» / «Das Leben besteht aus Gelegenheiten – verpassten und wahrgenommenen.» / «Man sollte niemals so viel zu tun haben, dass man keine Zeit mehr findet zum Träumen.» Eine Zusammenstellung ausgewählter kleiner Einsichten, Aussprüche und Lebensweisheiten von Ronald Zürrer – in Postkartenform und verbunden mit ansprechenden Bildern. Ideal als Geschenk und als Anregung zum Nachdenken für liebe Freunde und auch für sich selbst.

27,50 CHF*

Poesie-Postkarte 001_Wie viele?

1,00 CHF*

Poesie-Postkarte 061_Halte Ausschau

1,00 CHF*

Poesie-Postkarte 062_Dich zu lieben

1,00 CHF*

Poesie-Postkarte 064_Prüfung

1,00 CHF*

Poesie-Postkarte 065_Innewohnung

1,00 CHF*

REDUZIERT
Rosenschöne
«Was wirklich zählt, wenn alles gesagt ist und getan, wenn alles erlebt ist und durchstanden, wenn alle Wege sich gekreuzt haben und alle Erfahrungsblumen gepflückt sind – was wirklich zählt, ist die Liebe.» In seinen romantischen Gedichten, Prosatexten und Aphorismen offenbart Ronald Zürrer einen Kranz zartester Blüten aus dem reichen Garten seiner Gefühle. Für ihn umfaßt Liebe nicht nur das leichte, schmetterlinghafte Schweben des Verliebtseins, sie kann und soll uns darüber hinaus auch das Herz für ein inniges, ehrliches Verbundensein öffnen, das uns den Blick auf die Schönheit und Sinnhaftigkeit dieser Welt entschleiert. Hier gehen melancholische Einsamkeit und gemeinsam gefeierte Lebensbejahung Hand in Hand, tränenvolle Traurigkeit und jubelnde Freude wechseln sich wie Jahreszeiten ab und ergänzen sich zu einer Einheit. Die «Rosenschöne» ist für den Dichter das Sinnbild der ewig Geliebten und Ersehnten, die dem Herzen stets so nah ist und doch in wunderlicher Weise immer unerreichbar bleibt.Leseprobe Was wirklich zählt Was wirklich zählt, wenn alles gesagt ist und getan, wenn alles erlebt ist und durchstanden, wenn alle Wege sich gekreuzt haben und alle Erfahrungsblumen gepflückt sind, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, dann, wenn du leise dein Bündel packst und weiterwanderst auf dem langen Wege, erschöpft und erwartungsvoll zugleich, wenn du nichts mitnehmen wirst außer diesem, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, ist nicht der Plunder, den du angehäuft hast und der deinen Rucksack schwer macht, ist nicht, wieviel du gesammelt oder geleistet hast, wie oft du gelobt oder belächelt wurdest, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, ist die Liebe, sie war am Anfang sie ist jetzt sie wird immer sein. Was wirklich zählt, ist die Liebe, die Liebe allein. (Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Halte Ausschau Halte Ausschau nach jenem Menschen, dessen gütiger Blick Seiten an dir erkennt, die dir selbst bislang verborgen waren, und der dir dich zeigen kann. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dich respektvoll annimmt, genauso wie du bist, der dich aber erwartungslos unterstützt, wenn du dich verändern willst. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dir zuhört, wo andere dich unterbrechen, der dich umarmt, wo andere dich verstoßen, und der dich freiläßt, wo andere dich festhalten. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dich anlächelt, wenn du traurig bist, der dir zuzwinkert, wenn du zornig bist, und der mit dir tanzt, wenn du fröhlich bist. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der Frieden in seinem Herzen trägt, Klarheit in seinem Geist und Zärtlichkeit in seinen Händen. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der seine Versprechen hält und dich niemals belügt, selbst dann nicht, wenn die Wahrheit bitter und die Lüge zuckersüß schmeckt. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der das Gute in dir zum Wachsen bringt, der deiner Seele Flügel verleiht und deinem Körper einen festen Grund. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der alle Wege mit dir geht und sie still zu seinen Wegen macht, ohne daß du es merkst. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der nichts braucht in dieser Welt und der sich nichts anderes wünscht als deine Liebe und deine Aufmerksamkeit. Und wenn du ihn gefunden hast, diesen Menschen, dann öffne ihm ohne Zögern dein Herz und schenke ihm deine ganze Liebe. (Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Voller Schönheit Voller Schönheit ist die Welt und voller Wunder, im Kleinen wie im Großen. Hundert unerkundete Zaubergärten, Tausend ungesungene Lieder, eine Million ungetanzte Schritte sehnen dem Augenblick entgegen, von dir entdeckt zu werden und belebt von deiner Schöpferkraft. Erschaffen bist du, Kind der Sonne, um zu leben, um zu tanzen, in Leichtigkeit und Frohsinn, auf daß du glücklich seiest und dankbar jeden Tag aufs neue. Beobachte also, erkunde die Geheimnisse um dich, im Kleinen wie im Großen, und entfalte dich! Siehe, Kind der Sonne: Alles ist dir gegeben, Schönheit und Würde, Kraft und Vermögen, alles zu begreifen, zu verstehen, alles zu überwinden. Tanze also, spiele dein Spiel, im Kleinen wie im Großen, und lüfte die Schleier. Voller Schönheit ist diese Welt und voller Wunder, im Kleinen wie im Großen – und doch eine Ahndung nur jener fernen Heimat, die seit Ewigkeiten schon deiner Rückkehr entgegensehnt. Das Heimweh deiner Seele wird deine Rettung sein. (Ronald Zürrer, 2007, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Die Frau, die ich lieben werde Die Frau, die ich lieben werde, ist mir verwandt und immer immer sich selbst. Die Frau, die ich lieben werde, wird mich lieben, wenn ich weil ich mich selbst bin. (Ronald Zürrer, 2004, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Am geliebten Kamin Ich habe am Abend ein Feuer entfacht in meinem geliebten Kamin. Es ist kalt, mitten im Sommer, doch dies ist nur der eine Grund. Ich will allein sein mit dem Feuer. Ich versinke in den Flammen, taumle im süßen Rauch, lasse mich willig erschrecken vom Knacken des zerberstenden Holzes, denke an vieles und nichts. Kälte kann mich nicht erschrecken, Gedanken auch nicht, sie wärmen, auch nicht das Alleinsein oder seine Begleiterin, die Traurigkeit. Sie sind Teil meines schönen Lebens. Ich genieße diesen Moment alleine mit dem Feuer am geliebten Kamin; mit niemandem möchte ich ihn teilen. Aber ich werde dir davon erzählen – und später vielleicht neue Momente teilen mit dir am geliebten Kamin. (Ronald Zürrer, 2002, aus: «Rosenschöne»)

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Schönheit des Inneren
Dieses Buch richtet sich an Menschen, deren Wunsch es ist, Zeit und Aufmerksamkeit auf das Entfalten von Tugenden zu richten – also von erhebenden Charaktereigenschaften, die beitragen zur Schönheit des Inneren.Hierfür hat der Autor einige der bedeutsamsten und glückverheißendsten Früchte vom Baum der Tugenden gepflückt und sie in Form von kleinen Lebensvorsätzen aus seiner persönlichen Sicht erläutert. So werden in diesem Aufschlagewerk beispielsweise die folgenden Tugenden und ethischen Werte beleuchtet:Achtsamkeit | Ausgeglichenheit | Authentizität | BegeisterungsfähigkeitDankbarkeit | Demut | Eigenverantwortung | EinfachheitEinzigartigkeit | Entschlossenheit | Erwartungslosigkeit | FriedenFürsorge | Gastfreundlichkeit | Geduld | Gelassenheit | GerechtigkeitGewaltlosigkeit | Glaube | Hilfsbereitschaft | Hingabe | HoffnungHumor | Individualität | Klarheit | Kreativität | KritikfähigkeitLernfähigkeit | Liebe | Maßhaltung | Mitgefühl | MutNaturverbundenheit | Phantasie | Schweigsamkeit | TiefgründigkeitTreue | Unbekümmertheit | Unterscheidungskraft | UrvertrauenVerantwortungsbewusstsein | Vergebung | Weisheit | ZuversichtDer Autor: Ronald Zürrer – Philosoph und Dichter, Autor der Bücher «Weg nach Innen», «Reinkarnation», «Vegetarisch leben», «Nimm dein Leben in die eigene Hand!», «Sonnenliebe», «Sehnsuche», «Rosenschöne» sowie weiterer Publikationen mit philosophischen, poetischen und aphoristischen Texten – legt sein neuestes Werk vor: ein kleines, feines Büchlein über die Schönheit und Heilkraft von Tugenden, ergänzt durch ein Kartenset mit 170 Tugendkarten. Für alle, denen es mit der Veredelung ihres Charakters und dem Erhöhen ihrer individuellen Frequenz tatsächlich ernst ist.

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REDUZIERT
Sehnsuche
«Wahres Glück ist nicht, daß wir bekommen, wonach wir uns sehnen. Wahres Glück ist, daß wir überhaupt Sehnsucht verspüren.» Ronald Zürrer, Dichter der Sehnsucht nach dem Schönen, Wahren und Guten in einer dürftigen Zeit und Welt, legt in diesem edlen Bändchen eine Auswahl seiner schönsten poetischen Texte aus den vergangenen drei Jahrzehnten vor. Ob Gedicht oder Prosatext oder Aphorismus – hier schwingen geduldiges Einverstandensein und kraftvolle Rebellion harmonisch nebeneinander, hier leuchten Zuversicht und Einsicht in das innerste der Welt, hier atmen Sehnsucht und das Heimweh nach einer fernen Heimat, die nicht nur irgendwo jenseits des Universums existiert, sondern auch lebendig in jeder individuellen Seele schlummert. Bewegende und ermutigende Texte, wie sie die heutige Zeit braucht.Leseprobe Keine Wahl Sonnen steigen Sonnen sinken sie haben nicht die Wahl. Erden drehen Erden beben sie haben nicht die Wahl. Wellen branden Wolken regnen sie haben nicht die Wahl. Meine Seele spürt Heimweh mein Herz vermißt dich sie haben nicht die Wahl. Meine Finger schreiben schreiben über dich sie haben nicht die Wahl. (Ronald Zürrer, 2009, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Scherben Weiß ich zuviel von dieser Welt, hab ich doch nicht genug von ihrem Trug. Hab ich genug von dieser Welt, weiß ich doch nicht wie ohne sie. (Ronald Zürrer, 2009, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Verliebtsein und lieben Verliebtsein ist das berauschende Gefühl, als verlörest du den Boden unter deinen Füßen. Lieben aber ist zu erkennen und zu spüren, daß es unter dir einen Boden gibt, der dich trägt. (Ronald Zürrer, 2008, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Kein Denker Forscher haben erforscht, daß sie nicht weitertanzen, wenn die Kerze erlischt, daß keine Engel sie empfangen und sie niemandem wiederbegegnen, daß nichts ihrer wartet, keine Seligkeit, keine Folter. Ich bin kein Forscher. Denker haben erdacht, daß sie als Krönung einer langen Entwicklung zuhinterst thronen am Ende der Sackgasse, daß keine Götter sie erschufen und sie keinem Rechenschaft schulden, daß ihr Tun und ihr Denken und ihr Sein bloß Zufall sind und ohne Zweck. Ich bin kein Denker. Wissende wußten schon immer eine Antwort auf jede Frage, eine Klärung für jeden Zweifel, einen Trost für jeden Schmerz. Ich bin kein Wissender. Ich bin nur ich, ein Teil, ein Diener, ein heimwehkranker Liebender. Mehr ist nicht drin. Mehr ist nicht. (Ronald Zürrer, 2008, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Es gibt noch Wunder Es gibt noch Wunder, liebe Seele, sie geschehen im Verborgenen, meist ungeschaut, oft ungeahnt, und doch stets ersehnt und erfühlt. Sie erquicken unseren Lebensweg, sie beflügeln unseren Tanz, sie erwirken unser zehenspitzenes Glück. Sie geschehen um uns, in uns, mit uns, durch uns. Es gibt noch Wunder, liebe Seele, es gab sie immer und wird sie immer geben, sie geschehen jederzeit und allerorten. Sie trösten unsere Schmerzen, sie baden unser Herz in goldenem Glanze, sie streuen Süße auf unseren Tag. Sie erstaunen unsere Kinderseele und erweitern unsere Grenzen. (Ronald Zürrer, 2003, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Mönch Wie er wandert durch die Stille, Durch den Nebel, durch die Nacht, Nur geführt von Gottes Wille Und von Engeln wohlbewacht, Zweifelt nicht an Seiner Gnade, Dürstet nur nach Seinem Glück, Voller Sehnsucht auf dem Pfade, Der uns führt nach Haus zurück. (Ronald Zürrer, 2002, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Prüfung Um dich brausen Winde – Schließ die Fenster zu. In deinem Innern finde Den Frieden und die Ruh. Wo sich Gefahren ballen Da hält dich Engelsband, Und immer wirst du fallen Beschützt in Gottes Hand. Es kann dir nichts geschehen, Das Spiel ist längst nicht aus. Drum laß die Winde wehen, Sie tragen dich nach Haus. (Ronald Zürrer, 2000, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Verloren Ich gehöre nicht hierher, nicht an diesen Ort und nicht in diese Zeit. Hier kann man solche wie mich nicht brauchen. Muß ich daher wechseln die Zeit, den Ort, mich selbst? Oder bin ich einfach unbrauchbar? Vielleicht steht ja mein Name irgendwo anders auf der Vermißtenliste. (Ronald Zürrer, 1993, aus «Sehnsuche»)

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REDUZIERT
Sonnenliebe
Ein wundersamer Traum Hermann Hesses  das Erstlingswerk von Ronald Zürrer!SONNENLIEBE – was ist das? Ein Märchen? Ein Sonnengebet? Ein Glaubensbekenntnis? Eine Liebeserklärung an die Natur? Es ist ein wundersamer Traum Hermann Hesses, und es ist die Vereinigung von alledem und von tausend anderen bunt schillernden Gefühlen und zauberhaften Innenwelten.Ein Traum läßt sich nicht durch Worte einschränken, ein Traum hat keine Grenzen. So ist auch diese Traumbeschreibung nur ein sehnender Versuch, das Unbegreifliche darzustellen und das Unaussprechbare auf sterbliches Papier zu flüstern …Achtzehn Jahre nach seinem Tode begegnet der Dichter Hermann Hesse in einem Traum fünf jungen Menschen, denen er sich auf wundersame Weise brüderlich verwandt fühlt. Gleich ihm sind sie Wahrheitssuchende und Wanderer auf dem Weg nach Innen, dem Weg zu sich selbst und zur Quelle des Lebens. «SONNENLIEBE» lautet ihr Bekenntnis – die Liebe zur Sonne als dem Symbol des Göttlichen, des unendlichen Lichtes und der grenzenlosen Wärme in ihrem eigenen Innern.Als Sonnenkinder, als Töchter und Söhne dieses ewigen Lichts, sind sie flatternde Schmetterlinge im Garten der Welt, blühende Bäume im Walde allen Lebens. Ihre Geschichten und ihr Ruf singen nicht nur den glücklichen, dankbaren Dichter aus dem Schlafe, sondern schneien in der Folge auch warm und leise auf die Erde hinunter und vermögen jeden zu verzaubern und zu verwandeln, der mit SONNENLIEBE in Berührung kommt.Das eindrückliche Erstlingswerk von Ronald Zürrer – verfaßt im Alter von 18 Jahren – ist ein berührendes literarisches Kleinod und eine Offenbarung für alle Freunde der Sprache und der Inhalte von Hermann Hesses Werken. Es wird hiermit, nahezu dreißig Jahre nach seiner Niederschrift, erstmals veröffentlicht. Vervollständigt wird das Buch durch einige ebenfalls bisher unveröffentlichte Gedichte des jugendlichen Autors, dessen poetische Stimme die Gesellschaftskritik, die kompromißlose Aufbruchsbereitschaft sowie die Hoffnungen und Sehnsüchte einer ganzen Generation ausspricht.

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Weg nach Innen
Das beliebte Einführungsbuch von Ronald Zürrer, in einer erweiterten Neuauflage – mit bisher unveröffentlichten Texten.Die für dieses Buch ausgewählten Vorträge und Essays behandeln Themen wie:    Gut und Böse    Reinkarnation    Karma    Prophetie und Wahrsagerei    Astrologie    Ufos und außerirdische Zivilisationen    Heilsein in einer unheilen Welt    Hermann Hesses «Siddhartha»    Das Zeit-Phänomen    Das Spiel des Lebens    Die Wahrheit in den Religionen    Vom Sinn der Existenz    Sterben lernen    Über Engel«Auf mitunter kritische und sehr gründliche Weise geht Ronald Zürrer umfassend und wunderbar konzentriert auf essentielle Themen ein. Deshalb ist «Weg nach Innen» längst nicht nur ein Einführungsbuch, sondern auch eine vertiefende Rückbesinnung, welche die ein oder andere Horizonterweiterung garantiert.» (Maria Rossmanith, MARE-Versand)LeseprobeEinführung: Warum dieses Buch? Warum Esoterik?WARUM DIESES BUCH? Seit einigen Jahren halte ich regelmäßig Vorträge und Seminare zu esoterischen und philosophischen Themen, und immer wieder werde ich von meinen Zuhörern gefragt, ob meine Ausführungen auch in schriftlicher Form oder als Tonbandaufnahme erhältlich seien. Mit dem vorliegenden Buch sowie den parallel dazu veröffentlichten Vortragskassetten möchte ich diesem Wunsch entsprechen.Dabei ist es mir ein Anliegen, auf folgendes aufmerksam zu machen: In den für dieses Buch ausgewählten Vorträgen und Essays werden einige der zentralen Themen des esoterischen Gedankengutes aufgegriffen und beleuchtet. Es geht mir in dieser Veröffentlichung jedoch nicht darum, sie alle in wissenschaftlicher Weise auszuloten und umfassend abzuhandeln, denn dazu müßte man jedem einzelnen Thema mindestens ein eigenes Buch widmen (wie ich es beispielsweise im Falle der Reinkarnation getan habe).Vielmehr geht es mir hier darum, einerseits eine leicht verständliche Einführung in einige grundlegende esoterische Wissensgebiete sowie vor allem auch das essentielle Unterscheidungsvermögen zu vermitteln, das Licht und Schatten der zeitgenössischen Esoterik voneinander zu trennen und abzugrenzen vermag. Es werden hier Fragenkomplexe aufgegriffen wie:    Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?    Warum muß ich leiden?    Wie erkenne ich meine gegenwärtige Lebensaufgabe?    Wie kann ich meine innersten Wünsche verwirklichen?    Wohin führt mein WEG NACH INNEN?    Was gehört zum esoterischen Weltbild? Was nicht?    Ist Esoterik nur eine Modeerscheinung?    Wie verhält sich Esoterik zur Religion?    Was ist der Unterschied zwischen Gut und Böse?    Wer ist Gott? Wer ist der Teufel?    Gibt es eine absolute Wahrheit?    Wie kann ich Reinkarnation verstehen?    Was bedeutet eigentlich Karma?    Welche unentdeckten Geheimnisse birgt der Kosmos?    Gibt es Ufos und Außerirdische? Wer sind sie? Woher kommen sie? Was wollen sie von uns?    Sind höhere Wesen automatisch auch bessere Wesen?    Ist Wahrsagerei Humbug, oder bringt sie Heil?    Was kann ich mit Astrologie anfangen?    Was ist Zeit?    In welcher Religion ist Wahrheit zu finden?    Welchen Sinn und welches Ziel hat mein Dasein?    Dieses Buch möchte - genau wie meine Vorträge - in erster Linie auf solche Fragen aufmerksam und neugierig machen und die Leserin und den Leser anregen, sich in der Folge mit dem einen oder anderen Thema intensiver und ausführlicher zu beschäftigen.ESOTERIK FÜR WEN? In dem klassischen altindischen Sanskritwerk Bhagavad-gita heißt es in einem höchst aufschlußreichen Vers (Bg. 7.16), daß es verschiedene Arten von Menschen gibt, die sich dem esoterischen oder religiösen WEG NACH INNEN zuwenden. Sie alle werden dort als «fromm» oder «gut» bezeichnet, und sie lassen sich, je nach ihrer Motivation und ihrer Absicht, in die folgenden vier Kategorien unterteilen:1. Der Notleidende und Bedrängte, der sich durch die Beschäftigung mit Religion und Esoterik Linderung und Heilung von seinem Leid erhofft.2. Der nach Reichtum Strebende, der sich in Geldnot befindet und sich materiellen Gewinn verspricht.3. Der Wissensdurstige, der neugierig ist und nach der hinter allen sichtbaren Dingen verborgenen Wahrheit sucht.4. Der Weise, der die Wahrheit bereits kennt und unbeirrt auf seinem Weg voranschreitet.Im diesem Vers analysiert Krishna, der vor rund 5000 Jahren die Bhagavad-gita sprach, in bemerkenswerter Weise auch die zeitgenössische Esoterik-Szene. Tatsächlich können wir heutzutage nicht nur sämtliche dieser vier Kategorien von Menschen beobachten, die sich mit unterschiedlichen Motiven und Zielen für esoterische Themen interessieren, sondern wir finden folgerichtig auch das entsprechende Angebot im aktuellen «esoterischen Gemischtwarenladen» vor. Wir wollen nun diese vier Kategorien einmal genauer betrachten.1. ESOTERIK FÜR NOTLEIDENDEFür viele körperlich oder mental akut leidende Menschen unserer Zeit ist die Esoterik die letzte Hoffnung auf Linderung von ihren Schmerzen und Lösung ihrer Schwierigkeiten. Nachdem sie vielleicht alle verfügbaren herkömmlichen Heilmethoden der Schulmedizin und der klassischen Psychotherapie erfolglos durchprobiert haben, wenden sie sich in ihrer Enttäuschung und Verzweiflung schließlich Heilpraktikern und Geistheilern und deren alternativen Therapieformen zu.Solche ganzheitlichen («holistische») Therapieformen schießen in den vergangenen Jahren in mittlerweile unüberschaubaren Ausmaßen wie Pilze aus dem Boden, und zwar so zahlreich, daß ich mir angesichts ihrer Fülle und ihrer Mannigfaltigkeit zuweilen nicht sicher bin, ob ich dieses Phänomen nun als erfreuliches oder als besorgniserregendes Zeichen verstehen soll. Erfreulich ist es bestimmt dann, wenn einzelnen Menschen durch die eine oder andere Therapie tatsächlich geholfen werden kann, und aus diesem Grunde bin ich der Ansicht, daß diese Methoden wohl alle ihre Berechtigung und ihren Sinn haben.Besorgniserregend scheint mir jedoch die Tatsache zu sein, daß der widernatürliche moderne Lebensstil und das ihm zugrunde liegende einseitig-materialistische Weltbild - die beiden Faktoren, die solche Therapien überhaupt erst erforderlich machen - heute oftmals bereits als normal und als unabänderlich gelten und selbst in der Esoterik-Szene leider nur allzu selten noch hinterfragt werden.Wer sich heute auf dem esoterischen Markt umschaut, wird unschwer feststellen, daß ein überwiegender Teil der Anhängerinnen und Anhänger der Esoterik aus dieser ersten Kategorie der Notleidenden stammt. Durch Massieren, Atmen und Fasten, durch Bewegung und Tanz, durch Malen, Singen und Schreien, durch Körper-, Aura- und Chakra-Arbeit, durch Autogenes Training, Hypnose, Hatha-yoga und Tai Chi, durch Kartenlegen und Pendeln, aber auch durch die Hilfe von Edelsteinen, Blüten und Pilzen, von Düften, Aromen, Farben und Klängen usw. wird dem notleidenden Zeitgenossen Hilfe bei der Bewältigung seiner physischen und psychischen Probleme versprochen. Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Rheuma und Allergien, Herz-, Kreislauf- und Immunsystemerkrankungen sollen genauso ganzheitlich geheilt werden können wie Streß, Angst, Depressionen, Süchte, Entfremdung, Langeweile oder Partnerschaftsprobleme.Die meisten Menschen, die sich mit solchen Motiven der Esoterik zuwenden, interessieren sich zunächst nicht sonderlich für die den einzelnen Therapieformen und Heilmitteln zugrunde liegenden rituellen und weltanschaulichen Aspekte. Ihnen geht es in erster Linie um den konkreten, pragmatischen Nutzen für ihre eigene Gesundheit und ihr eigenes Wohlbefinden. Viele von ihnen wenden sich daher, nachdem sie mit Hilfe der ganzheitlichen Heilmethoden Linderung ihres Leides erfahren haben (ganz zu schweigen von denjenigen, denen auch diese nicht zu helfen vermochten), wieder von der Esoterik ab und führen ihr bisheriges Leben unverändert in den gewohnten Bahnen weiter. Sie werden das vorliegende Buch wohl niemals lesen.Manche unter ihnen aber erkennen, daß die heilsamen Auswirkungen lediglich ein selbstverständlicher Nebeneffekt der Berührung mit dem Esoterischen darstellen und daß auch für einen physisch und psychisch gesunden Menschen eine dringliche Notwendigkeit für einen bewußteren Lebenswandel besteht. Verblüfft und beeindruckt von der nunmehr am eigenen Leibe erfahrenen Macht der verborgenen Energien innerhalb unseres Körpers und Geistes sowie des gesamten Kosmos werden sie neugierig, mehr über das faszinierende esoterische Weltbild, über seine praktische Umsetzung im Alltag und über ihren eigenen WEG NACH INNEN zu erfahren.Solche Menschen bilden die erste Gruppe von Interessenten, an die sich das vorliegende Buch richtet.2. ESOTERIK FÜR GEWINNSTREBENDEEine zweite Kategorie von Menschen, die wir in der zeitgenössischen Esoterik-Szene vorfinden können, umfaßt diejenigen, die gezielt nach materiellem Vorteil streben. Ob sie sich nun tatsächlich in akuter Geldnot befinden oder ob sie in ihrer Gier einfach nur immer mehr Reichtum anhäufen wollen - sie versprechen sich von ihrer Beschäftigung mit der Esoterik in erster Linie einen konkreten finanziellen Nutzen.Für diese Menschen wurde in den vergangenen Jahren ein lukratives Marktsegment geöffnet, in welchem inzwischen die vielfältigsten Kurse, Seminare und «Workshops» sowie die dazugehörigen Buch- und Video-Publikationen feilgeboten werden. Viele davon zielen direkt oder indirekt hauptsächlich darauf ab, sich mehr materiellen Erfolg zu verschaffen.Die entsprechenden Themen lauten etwa: Streßbewältigung und Entspannung für Manager; Förderung der Konzentrationskraft und des Gedächtnisses zwecks größerer Leistungsfähigkeit; gezielte Manipulation des Bewußtseins (des eigenen und desjenigen anderer) zur Erreichung beruflicher und privater Ziele; dynamisches Karrieremachen mit Hilfe kosmischer Kräfte, usw.Selbstverständlich finden wir zahlreiche Vertreter dieser zweiten Kategorie der Gewinnstrebenden insbesondere auch auf der anderen Seite des Rednerpultes: Viele der Referenten, Seminar- und Workshopleiter, Therapeuten, Autoren, Verleger und Buchhändler, die sich auf dem modernen Esoterik-Markt tummeln, tun dies hauptsächlich deshalb, weil sich damit inzwischen prächtig Geld verdienen läßt.Auch bei dieser Kategorie ist das Interesse an den ursprünglichen, anspruchsvollen Inhalten esoterischer Weisheitslehren meist sehr gering, und zwar sowohl aus zeitlichen Gründen (Philosophieren braucht Zeit und «bringt nichts», und Zeit ist schließlich Geld) als auch aus klar beruflichen Interessen. Denn für manche der hochbezahlten Eso-Prominenz stellt das ursprüngliche esoterisch-religiöse Weltbild in der Tat eine unheimliche Bedrohung dar, weshalb sie es tunlichst vermeiden, es ihrer gläubigen Anhängerschaft unzensiert anzubieten. Vielmehr beschäftigen sie sich bewußt und mit kaltem Kalkül hauptsächlich mit äußeren Nebeneffekten des esoterischen Pfades.Denn die ernsthafte Beschäftigung mit echter Esoterik sollte den Menschen früher oder später dahin führen, daß er von der kurzsichtigen Ausrichtung auf das Äußere und Materielle Abstand nimmt und sich konsequent auf den WEG NACH INNEN begibt, der zwar viel Überwindung und Disziplin, viel Demut und Liebe, aber kein Geld kostet. Ein echter Esoteriker ist für die Steigerung des Umsatzes und des Profits daher denkbar ungeeignet, und so kann es nicht im Interesse der Eso-Geschäftemacher liegen, daß echte Esoteriker heranwachsen.Doch genau wie bei der ersten Kategorie der Notleidenden, so finden sich auch hier bei den Gewinnstrebenden immer wieder vereinzelte Menschen, die sich - entweder durch materielle Übersättigung oder (besser noch) durch Unterscheidungsvermögen und Einsicht - von ihrer anfänglichen materialistischen Motivation lösen können und beginnen, sich ernsthaft und ohne Angst vor praktischen Konsequenzen auf die Begegnung mit dem esoterischen Gedankengut einzulassen.Sie bilden die zweite Gruppe von Interessenten, an die sich das vorliegende Buch richtet.3. ESOTERIK FÜR WAHRHEITSSUCHENDENatürlich gibt es auch viele Menschen, die sich weder mit dem Motiv des bloßen Gesundwerdens noch aus materieller Gewinnsucht für esoterische Themen zu interessieren beginnen. Sie sind die Neugierigen, die Wissensdurstigen und Wahrheitssucher, die es seit jeher stets gegeben hat und die es allen düsteren Zeichen der Zeit zum Trotz auch heute noch immer gibt.Diese Menschen wissen oder ahnen zumindest intuitiv, daß viel mehr im Himmel und auf Erden ist, als unsere Schulweisheit sich träumt, und sie haben sich auf die Suche nach diesem «viel mehr» gemacht. Sie ahnen, daß hinter allen sichtbaren Dingen dieser Welt höhere Realitätsebenen verborgen liegen, die sich unserer direkten Sinneswahrnehmung entziehen. Sie ahnen, daß sie im Kosmos nicht alleine sind, sondern umgeben von unzählbaren subtilen Energien und intelligenten Wesenheiten, mit denen wir alle verbunden sind. Und sie ahnen, daß ihr gegenwärtiges Leben auf der Erde und die für sie überschaubaren Dimensionen von Raum und Zeit nur einen winzig kleinen Ausschnitt einer kosmischen Wirklichkeit darstellen, die sich in ganz anderen Dimensionen abspielt.Diese einfühlsamen Menschen spüren, daß in ihrem eigenen Innern, jenseits von Geburt, Alter, Krankheit und Tod, ein unsterblicher Funke von Bewußtsein und Glücklichsein wohnt, und ihre Sehnsucht nach Erkenntnis und Verwirklichung dieser Wahrheit treibt sie auf ihrem WEG NACH INNEN voran. Manche von ihnen wissen, ahnen oder spüren sogar auch, daß hinter allem, über allem und in allem eine grenzenlose Göttlichkeit und persönliche Liebe regiert, in die sie selbst eingebettet sind und an der sie Anteil haben können, wenn sie es nur wollen.Diese Wahrheitssucher bilden die Hauptgruppe meiner Zuhörer und Leser. In der Unüberschaubarkeit all der faszinierenden Phänomene des menschlichen wie kosmischen Lebens suchen sie nicht nur nach körperlicher Gesundheit oder mentaler Entspannung, sondern nach den verborgenen Zusammenhängen.In der Vielfalt und scheinbaren Widersprüchlichkeit all der einzelnen esoterischen Wissensgebiete suchen sie nach klärender Orientierung und nach einem praktischen Unterscheidungsvermögen, mit Hilfe dessen sie sich zurechtfinden können. Sie sind bereit zu fragen, zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Sie sind bereit, die Grenzen ihres bisherigen Horizontes zu überschreiten und ihr angestammtes Weltbild zu erweitern und zu vertiefen. Und sie sind entschlossen und mutig genug, gegebenenfalls auch ihren alltäglichen Lebenswandel und ihre Gewohnheiten zu verändern und neuen Erkenntnissen und Einsichten anzupassen. Diesen Wahrheitssuchenden soll das vorliegende Buch gewidmet sein.Ich sehe also meinen Platz und meine Aufgabe innerhalb der zeitgenössischen Esoterik vornehmlich darin, diesen Menschen bei ihrer Suche behilflich zu sein und ihnen Orientierungshilfen sowie das gewünschte Unterscheidungsvermögen zu vermitteln. Dabei empfinde ich mich im besten Sinne des Wortes als «Vermittler» zwischen dem suchenden, fragenden Menschen einerseits und dem verborgenen, unerkannten oder unverwirklichten Wissen andererseits, das bereits im Innern eines jeden schlummert.Einer meiner Grundsätze hierbei ist, daß wir die Wahrheit nicht er-lernen müssen, sondern - da sie bereits als fester Bestandteil unseres Wesens in unserem Innern existiert - einzig sie wieder kennen-lernen, also er-kennen sollen. Demzufolge können wir genausowenig die Wahrheit «lehren», wie wir einen Menschen zu irgendeiner Überzeugung oder Einsicht «bekehren» können. Was wir aber tun können und auch sollen, ist, unsere eigenen Er-kenntnisse und Verwirklichungen mit anderen zu teilen, wodurch sich bei der reifen Seele die eigenen Bedeckungen lichten werden und die bereits geduldig wartenden Einsichten zur Entfaltung kommen werden.Der Philosoph Sokrates sagte vor 2500 Jahren, daß jedes Lernen nichts anderes sei als ein Wiedererinnern, als ein «Wiedergewinnen uns schon zugehörigen Wissens». Denn alle scheinbar «neuen» oder «fremden» Gedanken und Erkenntnisse, denen wir auf unserem WEG NACH INNEN begegnen, sind bei näherem Betrachten gar nicht so neu und gar nicht so fremd, wie wir vielleicht meinen - und dies sowohl psychologisch gesehen als auch historisch.Psychologisch gesehen verhält es sich so, daß jedes Erkennen von Wahrheit im Grunde genommen ein Wieder-erkennen ist, da wir die ganze uns zugängliche Wahrheit schon seit unvordenklichen Zeiten unentdeckt in uns tragen. Durch Berührung mit echtem Wissen wird diese Wahrheit wieder ent-deckt, das heißt, die Bedeckungen werden entfernt, so daß wir dann das erkennen können, was eigentlich immer schon da war!Dies alles gilt selbstverständlich nur für Wahrheiten und nicht für Unwahrheiten, also nicht für Lügen, Irrtümer, Fehlauffassungen, Täuschungen, Illusionen und dergleichen. Diese stellen für uns, auch wenn sie heutzutage in der Mehrzahl sein mögen, tatsächlich etwas Fremdes und Widernatürliches dar. Meistens sind wir uns leider viel zu wenig darüber bewußt, welche innere Qual es für die Seele eines Menschen bedeutet, in einer Gesellschaft wie der unsrigen zu leben, die buchstäblich auf Unwahrheiten aufgebaut ist. Die Unwahrheiten und Unstimmigkeiten der modernen Welt nehmen von Tag zu Tag zu und beherrschen längst sämtliche Gebiete unseres gesellschaftlichen Lebens, die Politik wie die Wirtschaft, die Kunst wie die Wissenschaft, die Philosophie wie selbst die Theologie. So gesehen ist der aktuelle Trend zu esoterischen Inhalten nicht nur verständlich, sondern geradezu not-wendig.Nochmals also: Wahrheit müssen wir nicht erlernen, wir brauchen sie nur zu erkennen. So lassen sich übrigens auch die zahlreichen «Aha-Effekte» erklären, von denen mir Menschen immer wieder berichten, die sich auf den esoterischen Weg begeben haben. Wenn sie zum ersten Mal über die Gesetze von Karma und Reinkarnation, über die Parallelwelten der Geister und der höherdimensionalen Wesen oder über die alldurchdringenden göttlichen Kräfte im Kosmos hören, empfinden dies viele so, als würden sie nun endlich das hören oder lesen, was sie immer schon gedacht und gefühlt hatten. Sie betrachten dieses Wissen als die Bestätigung einer inneren Ahnung, die sie schon lange Zeit unausgesprochen in sich getragen hatten.Soviel zum psychologischen Aspekt meiner These. Wie gesagt sind die Erkenntnisse, die ich in meinen Vorträgen und Büchern zum Ausdruck bringe, jedoch auch historisch gesehen durchaus nichts Neues oder Erstmaliges. Ganz im Gegenteil, ich schöpfe dabei mit Vorliebe aus den ältesten Urquellen der Menschheitsgeschichte, namentlich aus den alten indischen Schriften des Veda.Im Verlaufe meiner vergleichenden Studien der Weltkulturen und Weltreligionen habe ich zu meinem eigenen anfänglichen Erstaunen bemerkt, daß wir den esoterischen Wahrheiten unserer Existenz umso näher kommen, je mehr wir in der Geschichte der Menschheit zurückgehen!Dies stellte mein ganzes angelerntes Weltbild und mein Verständnis über die Her- und Zukunft des Menschen auf den Kopf. Was ich in der Schule über den progressiven Fortschritt der Menschheitsentwicklung gelernt hatte, erwies sich beim vorurteilsfreien Studium alter Zivilisationen in zunehmendem Maße als unhaltbar. Die Menschen früherer Hochkulturen waren durchaus nicht naiv und primitiv - weder politisch noch wirtschaftlich, weder philosophisch noch wissenschaftlich -, und wir Heutigen sind gar nicht so weit entwickelt, wie wir uns gerne den Anschein geben.Sogar die glorreichen Errungenschaften der modernen Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien, der Raumfahrt und der Computertechnologie, der Gerätemedizin und der Tiefenpsychologie, auf die wir so gerne stolz sind, erweisen sich als plumpe, einfältige Versuche, das Wissen und die Möglichkeiten früherer Hochkulturen zu imitieren. (Ich möchte dieses Thema hier nicht weiter ausführen und verweise statt dessen auf das wegweisende Buch «Der multidimensionale Kosmos» von Armin Risi, welches diese zugegebenermaßen gewagte These in eindrücklicher Weise belegt.)Wenn wir uns ohne Betrug und ohne Beschönigung dem Vergleich mit dem Wissen und den Schlußfolgerungen der alten Hochkulturen stellen, insbesondere der vedischen, müssen wir wohl oder übel beschämt zugeben: Wir Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts sind weit davon entfernt, die Krönung der Schöpfung (oder der «Evolution») zu sein. Verhält es sich nicht vielmehr so, daß die Menschheit insgesamt gesehen noch nie so weit weg von der Wahrheit und damit auch vom Glücklichsein gewesen ist wie heute? Dies jedenfalls ist der Eindruck, der sich mir zwangsläufig aufdrängt, wenn ich einen Blick in eine Zeitung oder in die modernen Schulen, Büros, Fabriken, Laboratorien und selbst Kirchen werfe.Die Esoterik, der WEG NACH INNEN, kann in dieser leidigen Situation neue Hoffnung und Zuversicht schenken. Das Welt- und Menschenverständnis, das wir aus der ernsthaften Beschäftigung mit esoterischem Gedankengut gewinnen können, vermag nicht nur das einzelne Individuum zu bereichern und innerlich zu veredeln, sondern es kann - wenn viele Menschen entscheiden, sich konsequent auf diesen Weg zu begeben - sich auch global befreiend und heilend auswirken. Echtes esoterisches Wissen ist imstande, uns neue Perspektiven und Dimensionen des Menschseins und seiner Bestimmung aufzuzeigen und so der gesamten Erdbevölkerung den immer wieder ersehnten Frieden und die göttliche Liebe zugänglich zu machen, nach der wir uns sehnen.Gewiß stellt sich dieser WEG NACH INNEN für jeden Menschen ein wenig anders dar, je nachdem, wie weit der einzelne in seinen vergangenen Inkarnationen bereits gewandert ist und welche Aufgaben für ihn im gegenwärtigen Leben zu lösen anstehen. Und gewiß ist dieser Weg für uns alle ein allmählicher, langwieriger und zuweilen beschwerlicher Pfad, der sich nicht von einem Tag auf den anderen «bewältigen» läßt. Er verlangt von dem ernsthaft Reisenden viel Geduld und Vertrauen, viel Kraft und Entschlossenheit, viel Demut und Opferbereitschaft. Und doch ist dieser Weg im Grunde genommen der einzige Weg, den zu gehen es sich lohnt.Der WEG NACH INNEN ist auch gar nicht so schwierig, wie wir uns dies zu Beginn vielleicht vorstellen. Denn während wir auf ihm gehen, werden wir in mysteriöser Weise auf Schritt und Tritt mit neuen Einsichten und Verwirklichungen belohnt und dadurch stets ermutigt, weiter voranzuschreiten. Wir spüren dann, daß dies der richtige Weg für uns ist - ein Weg, den wir oft nicht erst in diesem gegenwärtigen Leben, sondern bereits in einem früheren Dasein begonnen haben und den wir jetzt weiter fortsetzen.Wenn wir diese Vertrautheit und harmonische Stimmigkeit nicht verspüren, sollten wir den betreffenden Weg nicht gewaltsam zu gehen versuchen, sondern noch zuwarten, bis die Zeit (oder unsere Bereitschaft) dazu reif geworden ist. Oder aber wir sollten versuchen herauszufinden, was wir falsch machen. Denn es mag zwar der richtige Weg sein, den wir gehen, aber vielleicht fehlt uns das notwendige Wissen, um unseren nächsten Schritt zu erkennen und in die richtige Richtung zu setzen.Und noch ein Geheimnis: Sobald wir uns tatsächlich auf den WEG NACH INNEN begeben und beginnen, auch unser alltägliches Leben nach kosmischen Richtlinien auszurichten, fühlen wir sogleich, daß wir auf diesem Weg nicht alleine sind, sondern von wohlmeinenden Helfern geführt und beschützt werden. Und sobald wir uns freiwillig dieser göttlichen Führung und Hilfe anvertrauen und gleichzeitig unsere Eigenverantwortung wahrnehmen, wird alles, was für das Herz leidvoll ist, von uns weichen, und innere wie äußere Zufriedenheit, Wohlbefinden und Glück werden sich unwiderruflich in unserem Leben entfalten.Den ersten Schritt hierzu aber müssen stets wir tun. Erst wenn wir - durch ein aufrichtiges Gebet oder ähnliches - unsere Bereitschaft und unser Vertrauen signalisieren, offenbaren sich die wohlmeinenden Helfer, da sie unseren freien Willen respektieren und uns zu nichts zwingen wollen. (Vorsicht: Nur diejenigen Mächte, die es nicht so wohl mit uns meinen, drängen sich ungebeten auf und versuchen uns nach ihrem Sinn zu beeinflussen und zu manipulieren.)Doch worin besteht dieser erste Schritt? Für die meisten Menschen der heutigen Zeit besteht er - neben dem direkten Gebet - zunächst darin, Fragen zu stellen und Zweifel zu äußern. Dadurch, daß man aktiv nach Antworten auf seine Fragen und nach Klärung seiner Zweifel sucht, kann man allmählich grundlegendes Wissen über die esoterischen Zusammenhänge unseres Daseins entwickeln.Damit bin ich wieder bei meiner Rolle als Vermittler angelangt, bei meiner Rolle als jemand, der in seiner größtmöglichen Bescheidenheit den Versuch wagt, durch seine Vorträge und Publikationen anderen Menschen bei der Findung des eigenen inneren Weges, so gut es geht, behilflich zu sein. Denn der eine ausschlaggebende Grund, warum ich überhaupt über esoterische Themen spreche und warum ich Bücher wie dieses veröffentliche, besteht darin: Ich möchte das Wissen, das ich auf meiner eigenen intensiven Suche nach Wahrheit empfangen habe und das mir seitdem wertvoll und unentbehrlich geworden ist, mit anderen Wahrheitssuchenden teilen.Der andere Grund ist weniger selbstlos. Denn ich versuche, Wissen weiterzugeben, weil dies ganz einfach meine Lebensaufgabe in dieser Inkarnation - mein Dharma - ist; weil es mir dadurch, daß ich diese Tätigkeit ausübe, überhaupt erst ermöglicht ist, auf meinem eigenen WEG NACH INNEN weiter voranzukommen.In diesem Sinne bin ich Ihnen, verehrte Leserin und verehrter Leser, zu großem Dank verpflichtet, denn würden Sie nicht dieses Buch lesen und würden Sie nicht meine Veranstaltungen besuchen, wie könnte ich dann meine Lebensaufgabe erfüllen?4. ESOTERIK FÜR WISSENDEIn dem Vers aus der Bhagavad-gita, den ich eingangs angeführt habe, wird gesagt, daß es vier Arten frommer Menschen gibt, die sich dem esoterischen oder religiösen Pfad zuwenden. Bisher haben wir jedoch erst deren drei kennengelernt, nämlich den Notleidenden, den Gewinnstrebenden und den Wahrheitssuchenden.Als vierte Kategorie führt die Bhagavad-gita schließlich den Wissenden oder Weisen an, der die absolute Wahrheit bereits kennt und der unbeirrt auf seinem Weg zu Gott voranschreitet.Die Illusionen dieser Welt hinter sich zu lassen und die Wahrheit der Dinge so zu erkennen, wie sie ist - dies stellt mit Sicherheit das vordringlichste Ziel des esoterischen Strebens dar. Und doch besagt dieser Vers, daß der WEG NACH INNEN selbst für jemanden, der dieses Ziel erreicht hat, noch nicht zu Ende ist.Dieser vielleicht überraschenden Aussage liegt das Mysterium zugrunde, daß bei der echten Esoterik und Religion der Weg und das Ziel nicht voneinander verschieden sind. Der Weg zum höchsten Ziel ist - nach allem Studium, allen Opfern und allen Übungen - letzten Endes die Liebe zu Gott und zu Seinen Schöpfungen, und dieses Ziel wiederum ist: noch mehr, noch tiefere, noch innigere Liebe zu Gott.Auf diese Weise sind Esoterik und Religion - diese beiden Begriffe sind in ihrer Konsequenz gleichbedeutend, ebenso wie auch der Begriff Yoga - also nichts statisches oder lineares. Vielmehr sind sie ein nie endender, dynamischer Weg, der von Mal zu Mal, von Leben zu Leben, von Dimension zu Dimension intensiver und ek-statischer wird und der auch nach der Befreiung von der materiellen Illusion seinen Fortgang findet.Da ich selbst jedoch auf meinem WEG NACH INNEN noch unterwegs und weit davon entfernt bin, ein Wissender oder Weiser zu sein, kann ich über diesen letzten Teil noch keine Aussagen aus eigener Verwirklichung machen. Ich möchte mich daher darauf beschränken, meinen Leserinnen und Lesern zu empfehlen, sich mit dem Leben und den Lehren der großen Mystiker, Heiligen und spirituellen Lehrer der Vergangenheit und Gegenwart zu befassen, die es in jeder religiösen Tradition der Welt zu finden gibt. Die eindrücklichsten Beispiele solcher Persönlichkeiten habe ich in der vedischen Tradition Indiens gefunden, die bis zum heutigen Tage lebendig geblieben ist.Dadurch, daß wir in Offenheit und Demut die Biographien von Heiligen und Gottgeweihten studieren, eröffnet sich uns zumindest theoretisch ein Einblick in die ungeahnten Dimensionen des Göttlichen. Auf diese Weise findet unsere eigene innere Sehnsucht nach Gott Bestätigung und zugleich Nahrung, so daß wir ermutigt werden, auf unserem WEG NACH INNEN ebenfalls unbeirrt voranzuschreiten - egal, wie lange er noch dauern und wie viele Hindernisse sich uns in den Weg stellen werden.So messe ich für mich selbst den Erfolg dieses Buches in erster Linie daran: Ob es mir gelingt, durch meine Ausführungen dem einen oder anderen Menschen Mut und Zuversicht zu schenken und ihn ein Stückchen zu begleiten auf seinem eigenen WEG NACH INNEN....Reinkarnation: Ein NaturgesetzEin Interview mit Ronald Zürrer1. Die Kardinalfrage der MenschheitFRAGE: Herr Zürrer, was ist Reinkarnation?ANTWORT: Unter dem Begriff «Reinkarnation», oder auch «Wiedergeburt» oder «Seelenwanderung», versteht man eine mögliche Antwort auf eine der zentralsten Fragen unserer menschlichen Existenz, nämlich die Frage: Was geschieht nach dem Tod, der ja für uns alle unvermeidlich und unumgänglich ist?Mit anderen Worten: Gibt es ein Leben nach dem Tod, oder ist mit dem Tod alles aus? Leben wir nur zum Sterben, oder hat unser Leben einen höheren Sinn? Ist der Tod das Ende unserer Existenz, oder öffnet er uns nur die Tür für ein neues Leben, neue Dimensionen, neue Welten? Diese Frage hat schon immer das menschliche Denken beschäftigt und bestimmt, ja man könnte sie geradezu als die ewige Kardinalfrage der Menschheit bezeichnen.Diese Frage läßt sich aber auf unterschiedliche Weise beantworten.Ja, Reinkarnation ist nur eine von vielen möglichen Antworten. Man könnte auch sagen, daß der Tod das Ende von allem sei, daß wir also mit dem Tod für immer aufhören zu existieren. Dies ist zum Beispiel eine der am weitesten verbreiteten Erklärungungsmöglichkeiten, nämlich jene, die von der modernen, mechanistischen Naturwissenschaft vertreten wird.Nach dieser Theorie ist der Mensch mitsamt all seinen Gedanken, Gefühlen und Wünschen nichts weiter als eine zeitweilige Kombination aus biochemischen materiellen Bestandteilen, aus Atomen, Molekülen und verschiedenen Arten von Energie. Im Moment des Todes lösen wir uns wieder in die elementaren Bestandteile auf, aus denen wir zusammengesetzt sind. Nichts bleibt übrig - der physische Körper verfault, wird verbrannt oder gefressen, die Gedanken und Ideen leben bestenfalls in Form von Anregungen oder Erinnerungen für die Nachwelt weiter, und so etwas wie eine unsterbliche Seele gibt es nicht.Eine andere Antwort liefert uns beispielsweise die dogmatische christliche Lehre, die nach wie vor auf die Einmaligkeit des menschlichen Lebens pocht. Gemäß ihrer Theorie wird jedem Menschen von Gott ein einziges, einmaliges Leben auf dieser Erde gegeben, mit dem er mehr oder weniger tun und lassen kann, was er will. Im Anschluß an den Tod des Körpers folgt dann ein Gericht mit Belohnung und Bestrafung gemäß den frommen und sündigen Taten, die man in diesem einen Leben begangen hat. Dieses Gericht entscheidet unwiderruflich, ob die unsterbliche menschliche Seele in den ewigen Himmel, das Reich Gottes, kommt oder zu ewigen Höllenstrafen verdammt wird.Und dann bietet sich eben noch eine dritte Antwort an, diejenige der Seelenwanderung. Die grundlegenden Gedanken dieser Lehre sind: Unser jetziges Menschenleben ist nicht einmalig, sondern nur ein einzelnes Glied in einer unüberschaubar langen Kette vieler Leben (Inkarnationen).Mit anderen Worten, wir haben bereits vor unserer Geburt in anderen Körpern gelebt, und nach dem Tode kommen wir in anderer Gestalt, mit einem neuen materiellen Körper, wieder zurück. Welche Art von Körper dies sein wird und unter welchen Umständen und gemäß welchen Gesetzen dieser Körperwechsel stattfindet - diesen Fragen müßte man dann in wissenschaftlicher Weise nachgehen, und dies versuche ich in meinem Buch zu tun.2. Reinkarnation als WissenschaftAber Sie persönlich glauben an die Reinkarnationslehre?Nein, ich glaube gar nichts. Es geht hier nicht darum, irgend etwas zu glauben oder nicht zu glauben, sondern es handelt sich um eine Frage des Wissens, um eine Frage, die man - wie gesagt - wissenschaftlich untersuchen muß. Denn unabhängig von den verschiedenen Theorien, die der Mensch über den Tod und das Leben danach aufstellen kann, gibt es doch eine Realität, und diese Realität ist für alle Menschen gültig, ungeachtet ihrer verschiedenen Theorien und Erklärungen.Lassen Sie mich diesen wichtigen Punkt mit dem folgenden einfachen logischen Gedankengang veranschaulichen: Angenommen, die Lehre der Reinkarnation stimmt - das heißt, wenn es tatsächlich so ist, daß wir vor diesem gegenwärtigen Leben schon einmal gelebt haben und daß die Seele nach dem physischen Tod in einen anderen Körper weiterwandert -, dann stimmt sie überall und zu jeder Zeit, auch bei uns im christlichen Abendland, auch im 20. Jahrhundert der Technik und der empirischen Wissenschaft und auch für diejenigen, die nicht daran glauben. Dann ist - mit anderen Worten - die Reinkarnation ein Naturgesetz.Wenn die Reinkarnationslehre hingegen nicht stimmt, dann stimmt sie auch in Indien nicht, dann hat sie weder dort noch anderswo je gestimmt und gilt auch nicht für diejenigen, die daran glauben und von ihrer Richtigkeit überzeugt sind.Aus dieser einfachen Überlegung geht deutlich hervor, daß es nicht eine Frage des Glaubens sein kann, ob es die Reinkarnation gibt oder nicht; vielmehr handelt es sich um die Untersuchung eines Naturgesetzes, um eine exakte Wissenschaft.Die «Wissenschaft der Seelenwanderung», wie Sie Ihr Buch im Untertitel nennen?Ja, genau. Es verhält sich bei der Frage nach dem Leben nach dem Tode ebenso wie mit jedem anderen Naturgesetz: Es ist, wie es ist, und es funktioniert genau gleich, ob man nun daran glaubt oder nicht. Zum Beispiel funktioniert auch das Naturgesetz der Gravitation oder das Gesetz des Alterns genau gleich, ob Sie nun daran glauben oder nicht. Sie können nicht einfach von einem Dach springen und erklären, daß Sie nicht an die Gravitation glauben, und dann erwarten, daß Sie nicht fallen werden. Und Sie können das Naturgesetz des Alterns nicht einfach dadurch umgehen, daß Sie sich weigern, daran zu glauben. Ob Sie es glauben oder nicht, Sie werden trotzdem altern.Genauso ist es mit dem Tod: Sie können glauben, was immer Sie wollen, aber das heißt nicht, daß Sie dadurch die Realität beeinflussen können oder die Naturgesetze umgehen können, die das menschliche Sterben lenken. Und diese subtilen Naturgesetze in wissenschaftlicher Weise zu untersuchen ist das Ziel meiner Forschungen. Daher der Untertitel «Die umfassende Wissenschaft der Seelenwanderung».Und zu welchen Schlüssen sind Sie gekommen?Daß die Wiedergeburt, also die Reinkarnation, ein durchaus wissenschaftlich ergründbares und erklärbares Phänomen des menschlichen Daseins darstellt. Daß es sich bei der Lehre der Reinkarnation also keineswegs um eine Sache des Glaubens handelt, wie uns manche vielleicht gerne glauben ließen.4. Reinkarnation ist kein östlicher GedankeIn diesem Zusammenhang könnte man fragen, ob Karma und Reinkarnation nicht einfach östliche Gedanken seien, die uns Europäer im Grunde nichts angehen?Ich habe bereits erklärt, daß es sich bei diesen Dingen nicht um «Gedanken» handelt, die man geographisch oder historisch einordnen kann. Der Schweizer Psychoanalytiker C.G. Jung spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem «Archetypus der Wiedergeburt», das heißt, das Wissen um die Gesetzmäßigkeiten von Karma und Wiedergeburt gehört zu den Uraussagen, zu dem Urwissen der Menschheit schlechthin.Übrigens ist das Gesetz des Karma auch im europäischen Abendland gar nichts Neues, wenngleich es hier sicherlich nie in der umfassenden Ausführlichkeit formuliert, analysiert und begriffen wurde wie in der indischen Tradition. Aber schon lange kennt unser Volksmund Redensarten, die auf ein vages Verständnis der Gesetzmäßigkeiten von Aktion und Reaktion hinweisen.Um nur zwei Beispiele anzuführen: «Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus» oder «Jeder ist seines Glückes Schmied». Oder wie es der romantische Dichter Novalis in einem seiner Fragmente ausdrückt: «Wähl ich nicht alle meine Schicksale seit Ewigkeiten selbst?»Sogar in der Bibel finden wir vielerlei Hinweise auf das Karma-Gesetz, so zum Beispiel in dem Satz des Apostels Paulus: «Täuscht euch nicht: Gott läßt keinen Spott mit sich treiben; was der Mensch sät, wird er ernten.» (Gal. 6,7).Wollen Sie damit sagen, daß die Reinkarnationslehre auch schon in früheren Epochen der europäischen Geistesgeschichte bekannt war?Ja, durchaus. In meinem Buch habe ich diesen Sachverhalt im längsten und von meiner Seite her auch aufwendigsten Kapitel bewiesen. Dieses Kapitel, «Die Geschichte des Reinkarnationsgedankens», beinhaltet die vollständigste Übersicht über die Entwicklung des Reinkarnationsgedankens, die in der bisherigen deutschsprachigen Fachliteratur zu finden ist.Auf über 150 Seiten werden zunächst die verschiedenen außereuropäischen Kulturen und Religionen und anschließend im Detail sämtliche Epochen der europäischen Geistesgeschichte in chronologischer Reihenfolge behandelt, wobei auch das jeweilige religiöse, kulturelle und politische Milieu umrissen wird, in dem der Reinkarnationsgedanke auftauchte.Dadurch wird historisch und inhaltlich veranschaulicht, daß das universelle Wissen um die Reinkarnation und um das Weiterleben nach dem Tode nicht den Begrenzungen verschiedener kultureller, philosophischer oder religiöser Anschauungen unterliegt. Und es wird deutlich, daß es auch bei uns in Europa keine Zeitepoche gegeben hat, in der die Lehre der Reinkarnation nicht von einem überwiegenden Teil der Dichter, Denker und Philosophen, welche die abendländische Philosophie geprägt haben, diskutiert und häufig auch angenommen und gelehrt wurde.In diesem Zusammenhang tauchen Namen auf wie etwa Pythagoras, Sokrates, Platon, Leibniz, Lessing, Goethe, Schiller, Heine, Schopenhauer, Nietzsche, Hauptmann, Morgenstern, Rilke oder auch Hermann Hesse, dem ich ein ausführliches Kapitel gewidmet habe.Wir können also davon ausgehen, daß der Glaube an, besser das Wissen über die Reinkarnation eine der ältesten und weitverbreitetsten Überzeugungen der Menschheitsgeschichte darstellt und in der einen oder anderen Form ausnahmslos in jeder Zeitepoche, in jeder Kultur auf jedem Kontinent sowie auch in jeder großen Religion auftaucht. Der Seelenwanderungsgedanke bildet vielleicht sogar die fundamentalste verbindende Gemeinsamkeit aller Kulturen und Religionen - zusammen mit dem Glauben an eine dem Menschen übergeordnete höhere Macht, einen Schöpfer, einen Gott.Auch im Christentum?Nun, dies ist eine sehr komplexe und kontroverse Frage, die ich nicht so kurz beantworten möchte. Ich habe auch dieser Frage in meinem Buch ein eigenes Kapitel mit fast vierzig Seiten gewidmet, auf denen ich versuche, alle verfügbaren historischen und theologischen Fakten zusammenzutragen.Nur eine kurze Schlußfolgerung in einem Satz?Nun gut, in einem Satz möchte ich soviel sagen: Es spricht einiges dafür, daß das Verständnis von Karma und Reinkarnation in den ersten Jahrhunderten auch im Christentum ein grundlegender Glaubenssatz war und erst später bei verschiedenen Konzilien und unter fragwürdigen Umständen unter Kirchenbann gestellt und beseitigt wurde. Es ist aber nicht meine Absicht, sinnlos zu polemisieren und die eine Lehre gegen die andere auszuspielen, als wären sie nicht miteinander vereinbar.Denn in diesem Zusammenhang ist es mir stets wichtig festzuhalten, daß - unabhängig von den endlosen kleinlichen theologischen Interpretations-Streitigkeiten - die Lehre von Karma und Reinkarnation auf jeden Fall nicht das zentrale Thema der Botschaft Jesu Christi und des christlichen Glaubens ausmacht.Überraschend mag nun aber die Feststellung sein, daß diese gleiche Aussage auch in bezug auf die Botschaft der indischen Religionen Gültigkeit besitzt. Denn sowohl im Falle der vedischen Tradition als auch im Falle des Christentums besteht die Essenz aller Unterweisungen und das empfohlene Ziel allen menschlichen Strebens gerade darin, nicht in dieser vergänglichen Welt wiedergeboren werden zu müssen, sondern sich - durch liebende Hingabe an Gott - allmählich zu läutern, um so durch die Gnade Gottes letztlich aus dem Kreislauf der wiederholten Geburten und Tode befreit zu werden und nach Hause, zu Gott, zurückkehren zu können.5. Das Ende der ReinkarnationKönnten Sie abschließend noch etwas zu diesem Thema sagen, das Sie in Ihrem Buch als «Das Ende der Reinkarnation» bezeichnen?Gerne. Denn selbst wenn man die Naturgesetze von Karma und Reinkarnation verstanden und akzeptiert hat, ist letztlich die Frage des Menschseins damit noch nicht beantwortet. Man fragt sich: Nun gut, es gibt so etwas wie ein Leben vor der Geburt und ein Leben nach dem Tode, aber was soll ich nun konkret mit dieser Erkenntnis anfangen, welche praktische Konsequenz soll ich aus ihr ziehen? Soll ich einfach so weiterleben wie bisher, oder muß ich mein Leben oder meine Lebenseinstellung nach dieser Erkenntnis in irgendeiner Form verändern?Spätestens an dieser Stelle, mit diesen unbeantworteten Fragen, endet leider meist die bisherige Auseinandersetzung mit dem Reinkarnationsgedanken. An dieser Stelle aber beginnt meiner Meinung nach erst die eigentliche Fragestellung. Es ist jetzt nicht mehr die bloße Frage nach dem «Ob» oder dem «Wie» der Reinkarnation, sondern es ist eine Frage nach dem «Warum»:Warum bin ich als spirituelle Seele gezwungen, innerhalb der materiellen Welt fortgesetzt von einem Körper zum nächsten zu wandern? Worin liegt der Sinn, wo das Ziel dieser endlos scheinenden Wanderung? Und: Gibt es ein Entrinnen aus dem Gesetz des Karma und aus dem Kreislauf von Geburt und Tod - gibt es ein Ende der Reinkarnation?Und Ihre Antwort?Meine Antwort lautet: Ja, das Ziel unserer Reise durch alle möglichen Lebensformen besteht darin, daß wir allmählich unsere Unwissenheit überwinden und uns auf immer höhere Ebenen des Bewußtseins erheben, so daß wir letztlich das materielle Dasein vollständig und endgültig beenden und so unsere ursprüngliche Unabhängigkeit und spirituelle Freiheit wiederherstellen können.Wie soll dies möglich sein?Einzig durch Liebe - Liebe zu Gott. Wir alle besitzen als ewige spirituelle Seelen ursprünglich eine eigene, individuelle Beziehung zu Gott, doch im materiell verkörperten Zustand haben wir diese Beziehung vergessen. Doch solange wir uns in der materiellen Welt aufhalten, die nur ein Schatten, eine Reflexion der ersehnten spirituellen Realität ist, werden wir nicht die grenzenlose spirituelle Freude finden können, die uns eigentlich von Natur aus zusteht.Erst dadurch, daß wir uns wieder mit Gott, unserem Ursprung, von dem wir uns aus freiem Willen einst gelöst haben, ebenfalls aus freiem Willen wieder verbinden, können wir wirklich frei und glücklich werden. Diesen Verbindungsvorgang nennt man im Sanskrit «Bhakti-yoga». Das Wort «Yoga» bedeutet wörtlich «sich verbinden», und «Bhakti» heißt soviel wie «Verehrung», «Dienst» oder eben «Liebe», Liebe zu Gott und zu Seiner Schöpfung.Der entscheidende Faktor auf dem Weg zu unserer Befreiung ist also die Liebe und die Gnade Gottes. Es ist dem Menschen nicht möglich, aus eigener Kraft aus dem Kreislauf der Wiedergeburt auszubrechen. Allein durch die Gnade Gottes ist es möglich, daß wir unser Bewußtsein reinigen und erheben können, um so dem Gesetz des Karma zu entwachsen und aufzusteigen in das ewige Königreich Gottes.Gott ist nicht Hindu, nicht Christ, nicht Jude, sondern Gott ist Gott, und Er wird es immer bleiben. Die Tatsache, daß Er in den verschiedenen offenbarten Religionen und Schriften mit unterschiedlichen Namen - wie Jahwe, Allah, Adonai, Buddha, Krischna oder Rama - angesprochen und in unterschiedlicher Weise verehrt wird, zeugt nicht von Seiner Widersprüchlichkeit, sondern ist Beweis für Seine unendliche Größe und Mannigfaltigkeit....Das Spiel des LebensEin Gleichnis von Ronald ZürrerSpiel dein Spiel und wehr dich nicht,Laß es still geschehen.Laß vom Winde, der dich bricht,Dich nach Hause wehen.(Hermann Hesse)Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.(Arthur Schopenhauer)Wir sind gleichzeitig Zuschauer und Schauspieler im großen Drama des Seins.(Niels Bohr)Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regiert.(Gotthold Ephraim Lessing)Der Mensch ist nur dann an Leib und Seele gesund, wenn ihm alle seine Verrichtungen, geistige und körperliche, zum Spiele werden.(Christoph Martin Wieland)Aus der Art, wie ein Kind spielt, kann man erahnen, wie es als Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.(Rudolf Steiner)Der Ernst des Lebens ist das Spielzeug der Erwachsenen.(Karl Kraus)Wir leben. Wir spielen. Wir spielen das Leben. Wir leben das Spiel, das Spiel des Lebens. Das ganze Leben ist ein Spiel, sagt man.Schon als Kinder spielen wir. Als Kinder tun wir eigentlich nichts anderes als spielen. Was sollten wir auch anderes tun? Was könnten wir auch anderes tun? Spielen macht uns Spaß. Spielen vertreibt uns die Zeit, von der wir doch so viel haben. Spielen vertreibt uns die Langeweile.Wenn die Erwachsenen miteinander etwas Wichtiges zu besprechen haben, sagen sie zu uns: Geht spielen! Und noch so gerne gehen wir spielen, denn spielen macht Spaß, beim Spielen verfliegt die Zeit. Das Leben der Erwachsenen ist langweilig. Sie wissen nicht, wie man richtig spielt. Für uns Kinder aber ist das ganze Leben ein Spiel - ein Kinderspiel.Wir spielen Fangspiele, wir spielen Hüpfspiele, wir spielen Ballspiele und Puppenspiele und Versteckspiele. Und wenn wir etwas größer geworden sind, spielen wir auch Brettspiele, Würfelspiele, Kartenspiele und Puzzlespiele. Auch Ratespiele, Frage- und Antwortspiele, Geduldsspiele, Geschicklichkeitsspiele und neuerdings sogar Computerspiele spielen wir. Voller Spielfreude rennen wir durch die Spielwarengeschäfte und probieren alle Spielsachen aus, die sich vor uns auftürmen. Ja, unser ganzes Leben ist ein großes Spiel. Die ganze weite Welt ist unser Spielzeug.Doch wir werden älter, auch wenn wir es zunächst nicht merken. Wir können nicht immer Kinder bleiben. So will es das seltsame Spiel der Natur. Und plötzlich haben wir, über all dem Spielen, das uns die Zeit vertreiben sollte, all unsere Kinderzeit vertrieben. Plötzlich geht uns die Spielzeit, die Zeit unseres Spielens, langsam aber sicher aus. Wir sind erwachsen geworden.Als Kinder dachten wir, das Leben der Erwachsenen sei langweilig. Als Erwachsene nun denken wir: unser Leben darf nicht langweilig sein. Und so erfinden wir neue Spiele - Erwachsenenspiele.Wir eröffnen Spielkasinos (wir nennen sie auch Spielhöllen) mit großen Spieltischen, mit bunten Spielkarten und mit lauten Spielautomaten; wir veranstalten Fußballspiele, wir organisieren Musik- und Theaterfestspiele, und wir drehen fürs Kino Spielfilme. Und wenn wir zu Hause sind, sehen wir uns Fernsehspiele an oder hören Hörspiele.Bei den Spielen von uns Erwachsenen aber geht es nicht nur um den bloßen Zeitvertreib oder einfach um den Spaß, nein, es gibt auch viele ernste Spiele, die wir spielen. Zwar spielen wir auch als Erwachsene allerlei Fangspiele, spielen wir Versteckspiele, Ratespiele und Geduldsspiele. Nur nennen wir sie jetzt anders. Wir nennen sie nicht mehr Spiele; wir nennen sie: den Ernst des Lebens.Das ganze Leben ist ein Spiel. Und in diesem Spiel spielen wir uns ständig etwas vor. Wir Erwachsenen spielen nämlich nicht nur aus kindlicher Freude am Spielen, nein, wir spielen vor allem aus Pflicht. Wir spielen, weil wir gar nicht anders dürfen, weil wir gar nicht anders können. Wir spielen uns etwas vor, wir spielen uns auf, nur weil uns das Leben sonst zu langweilig wäre. Wir spielen, um nicht merken zu müssen, wie langweilig und öde sich unser Leben tatsächlich abspielt.Als Erwachsene spielen wir zuweilen zwar auch Einzelspiele, meist jedoch sind es vielerlei Gesellschaftsspiele und Gruppenspiele, Glücksspiele und Wettspiele, die wir spielen. Dabei spielen wir manchmal Heimspiele und manchmal Auswärtsspiele, manchmal Freundschaftsspiele und manchmal Punktspiele, manchmal Angriffsspiele und manchmal Verteidigungsspiele, manchmal Aufstiegsspiele und manchmal Abstiegsspiele. Und manchmal sind es auch richtige Ausscheidungsspiele, die wir zu spielen haben. Gerne spielen wir auch verschiedene Ränkespiele und Intrigenspiele und Doppelspiele. Als unser liebstes Spiel aber spielen wir: Liebesspiele.Alle diese Spiele haben genau festgelegte Spielpläne und Spielregeln, mit denen wir uns als Erwachsene allmählich vertraut machen, die wir allmählich erlernen müssen. Und alle Spiele, die wir spielen, nehmen wir furchtbar ernst; so ernst, daß die Kinder sagen, das Leben der Erwachsenen sei langweilig, weil sie nicht wissen, wie man richtig spielt.Nachdem wir also alt genug geworden sind und die Spielregeln der Erwachsenen einigermaßen begriffen zu haben glauben, treten auch wir ein in das große, ernste Spiel des Lebens. Es ist ein äußerst komplexes Spiel, ein Spiel mit vielen Überraschungen.Während wir das Spiel spielen, versuchen wir stets, die Spielregeln so zu nutzen und die Möglichkeiten, die sich uns im Spiel bieten, so auszuschlachten und alles so zu arrangieren, daß wir uns in dem Spiel möglichst viele Vorteile für uns selbst verschaffen können.Wenn wir Glück im Spiel haben und gewinnen, fühlen wir uns stark und überlegen. Dann spielen wir uns auf und denken, wir seien unbesiegbar. Dann werden wir stolz und übermütig. Dann haben wir eigentlich schon wieder ein wenig verloren.Wenn wir aber kein Glück im Spiel haben, spielen wir den Großzügigen und sagen: Es spielt keine Rolle, ob man gewinnt oder verliert, Hauptsache ist, man spielt das Spiel. Und trotz aller Niederlagen, die immer häufiger sind als die Siege, spielen wir ungehemmt weiter. So sehr sind wir unserem Spieltrieb, unserem Spielwahn verfallen.In unserem Ehrgeiz, auch mit im Spiel zu sein und das Spiel um jeden Preis zu gewinnen, schrecken wir nicht einmal davor zurück, Risiken einzugehen, ein gewagtes Spiel zu spielen und Kopf und Kragen aufs Spiel zu setzen. Dies alles tun wir in der noch ungetrübten Hoffnung, letzten Endes als Sieger aus dem Spiel hervorzugehen, die Spielbank zu sprengen, das Leben zu meistern, das Spiel zu gewinnen.Doch dieses Spiel kann man nur gewinnen auf Kosten der anderen. Oft versuchen wir daher, den anderen Spielern keinen Spielraum zu lassen, sondern unser Spiel mit ihnen zu treiben und ihnen unser Spiel aufzuzwingen. Und je höher unser Einsatz ist, je mehr für uns auf dem Spiel steht, desto eher sind wir auch bereit, unsere Mitspieler hin und wieder zu betrügen, um sie an die Wand zu spielen, um sie schachmatt zu setzen oder sie k.o. zu schlagen.So spielen wir einmal ein faires Spiel mit offenen Karten, um ihr Vertrauen zu gewinnen, dann wieder spielen wir ein doppeltes Spiel mit verdeckten Karten. Ein drittes Mal verbünden wir uns mit einigen anderen und spielen ein verbotenes und abgekartetes Spiel mit gezinkten Karten. So treiben wir ständig ein gefährliches Spiel mit unseren Mitspielern.Meistens sind wir dabei derart vertieft in unser Spiel und identifizieren uns so sehr mit ihm, daß wir dieses Spiel als das ein und alles betrachten und gar nicht merken, daß es ja eigentlich nur ein Spiel ist. Vor allem dann, wenn wir gerade ein leichtes Spiel haben, können wir uns oft gar nicht vorstellen, daß es irgend etwas außerhalb der Umzäunung unseres kleinen Spielfeldes geben könnte. Und schon gar nicht können wir uns vorstellen - oder vielleicht wollen wir es nur nicht? -, daß unsere Spielzeit begrenzt sein könnte.Im Ernst des Lebens der Erwachsenen gibt es viele verschiedene Spielarten. Es gibt freudvolle Spiele wie Lustspiele, Singspiele und Festspiele, aber es gibt auch leidvolle Spiele wie Trauerspiele und Leidensspiele. Und es gibt, vor allem im Spielkasten der Politik, auch unheimliche Schattenspiele und lustige Kasperlespiele.Das originellste Spiel aller Erwachsenen aber ist das Rollenspiel. Oh, wie gern suchen wir uns immer wieder eine neue Rolle aus, die wir spielen können. Und wie ungern lassen wir uns eine Rolle vorschreiben. Mal spielen wir den Traurigen, mal spielen wir den Lustigen, mal den Frommen, mal den Sünder, mal den Gescheiten, mal den Dummen. Und wenn es gerade keine Rolle zu spielen gibt, die uns gefällt, dann spielen wir eben verrückt.Am liebsten spielen wir natürlich die Hauptrolle, die Rolle des Helden, des Glücklichen, des Erfolgreichen, des Begehrten. Aber immer wieder müssen wir erkennen, daß es für diese Rolle eine sehr lange Warteliste gibt, daß es gar nicht so einfach ist, die erste Geige spielen zu dürfen. Nun, so denken wir, dann spielen wir eben, daß wir diese Rolle spielen. Und wenn dies auch nicht geht, dann spielen wir eben, daß wir spielen, daß wir diese Rolle spielen ... Und immer so weiter.Eine weitere beliebte Rolle ist auch die des Spielverderbers. Diese Rolle spielen wir immer dann, wenn jemand anders gerade eine Rolle bekommen hat, die wir eigentlich gerne hätten. Das Glück des Spielverderbers besteht darin, dafür zu sorgen, daß auch die anderen nicht glücklich sind.Ach ja, das ganze Leben ist ein Spiel: Wir spielen Katz, wir spielen Maus, wir spielen Streiche, wir spielen Verstecken. Wir spielen mit Worten, wir spielen mit Gedanken, wir spielen mit Menschen. Wir lassen alle Register spielen, wir spielen alle unsere Trümpfe aus, und wir haben überall unsere Finger im Spiel. Manchmal spielen wir sogar mit dem Feuer; und wenn wir das Spiel zu weit getrieben haben, dann machen wir eben gute Miene auch zum bösen Spiel.Niemals aber wollen wir unser Spiel vorloren geben. Niemals halten wir inne in unserer Spielerei. Niemals schenken wir den Anspielungen des Lebens Gehör. Niemals fragen wir uns: Was wird hier eigentlich gespielt?Und wie das Leben so spielt, spielen wir dabei, ohne es zu merken, mit unserem Leben. Denn während wir unser ganzes langweiliges, ödes Leben lang zum Zeitvertreib immer wieder die gleichen alten Platten aufs neue spielen, vertreiben wir damit langsam aber sicher unsere Lebenszeit. Unsere Spielzeit wird stets knapper und knapper, bis sie eines Tages, und dieser Tag kommt immer zu früh, abgelaufen ist und wir erkennen müssen: Das Spiel ist aus.Dann werden wir aufgefordert, unsere letzte Rolle zu spielen: Spiel mir das Lied vom ... - Jetzt sind wir gezwungen, aus der Rolle zu fallen. Und wir müssen uns eingestehen: Wir haben unser Leben verspielt. Wir haben das grausame Irrspiel unseres Lebens verloren.So müssen wir abtreten von unserer Spielfläche, der Bühne unseres Lebens. Wir müssen uns abschminken und uns ausruhen für die nächste Spielrunde, für unser nächstes Gastspiel.Die Karten werden wieder neu gemischt, und das Spiel beginnt wieder von vorne. Und wieder werden wir Kind, und wieder spielen wir Kind. Und wieder werden wir erwachsen, und wieder spielen wir Erwachsener. Und immer wieder, immer wieder treibt uns die Hoffnung.Aber immer wieder müssen wir erkennen: Bei diesem Spiel können wir nicht gewinnen, egal, wie wir es auch spielen.Wir leben. Wir spielen. Wir spielen das Leben. Wir leben das Spiel, das Spiel des Lebens. Das ganze Leben ist ein Spiel, sagt man....Die Wahrheit in den ReligionenEin Denkanstoß von Ronald ZürrerWahrheit? Du betrachtest die Religionen der Menschen und fragst, in welcher du die Wahrheit finden kannst? - Wahrheit aber lebt nicht nur in einer, nicht nur in zwei oder in drei oder in vier, nein, Wahrheit lebt in allen Traditionen; sonst wären sie nicht.Wenn du die Wahrheit wirklich ernsthaft suchst, so wirst du sie überall finden; wenn du dich wirklich von ihr willst führen lassen, so wird sie dir überall ihr gütiges Licht spenden; und wenn du dann ganz von ihr erfüllt bist, so wirst auch du überall leuchten.Es sind nicht in allen Traditionen die gleichen kleinen Wahrheiten, die du finden wirst, aber es sind immer Teile der einen großen Wahrheit, die alles umfaßt und die alles miteinschließt. Diese ungebundene Wahrheit offenbart sich zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten dieser Welt. Da sie der Ursprung aller Traditionen ist, existiert sie sowohl innerhalb aller Traditionen als auch außerhalb und bleibt in allen Umständen unabhängig und unveränderlich.Je mehr du auf deiner Suche nach Wahrheit in die Tiefe einer Tradition vordringst, desto mehr wirst du erkennen, daß in der Tiefe der anderen Traditionen dieselbe Wahrheit ruht. Wenn du aber mit den anderen um die Wahrheit streitest und meinst, du allein besäßest die einzige Wahrheit, dann hast du die Wahrheit noch nicht gefunden.Solange du noch unterwegs bist, steht es dir nicht zu, über den Weg der anderen zu urteilen. Wenn du anderen ihre Wahrheit absprichst, verlierst du damit auch deine eigene Wahrheit. Und wenn du anderen ihre Berechtigung auf Wahrheit absprichst, verlierst du damit auch deine eigene Berechtigung auf Wahrheit.Denn die Wahrheit ist eine für alle Menschen, aber der Traditionen sind viele. Jede Tradition hat ihre eigene Berechtigung, und keine ist überflüssig; sonst wäre sie nicht. Und doch ist keine Tradition die einzig richtige für alle Menschen; sonst wären es ihrer nicht so viele.Du solltest also deinen Blick nicht nur auf die Unterschiede zwischen den Traditionen richten, sondern auch auf ihre Gemeinsamkeiten, die sich dir dann offenbaren, wenn du gewillt bist, dein Herz zu öffnen und deinen Verstand zu weiten.Aber ebenso solltest du deinen Blick nicht nur auf die Gemeinsamkeiten der Traditionen richten, sondern auch auf ihre Unterschiede. Denn jede Tradition hat ihren eigenen, einzigartigen Duft; jede klingt in ihrer eigenen, einzigartigen Melodie; jede bricht das Licht der Wahrheit in ihr eigenes, einzigartiges Farbenspiel.Du kannst von allen Traditionen lernen; versuche aber nicht, in alle gleichzeitig einzudringen, denn sonst wirst du bei allen an der Oberfläche haften bleiben. Benütze vielmehr dein Unterscheidungsvermögen und erwähle dir nach deinem eigenen freien Willen eine Tradition, die deinem gegenwärtigen Wegstück entspricht. Gehe dann dieses Wegstück mit all deiner Entschlossenheit, all deinem Vertrauen und all deiner Geduld.Verlasse deine erwählte Tradition nicht sogleich, wenn die ersten unvermeidbaren Schwierigkeiten und Hindernisse auftreten, und trenne dich niemals von einer Tradition, ohne bei einer anderen Zuflucht zu suchen, die dich weitergeleitet. Bleibe jedoch keiner Tradition verhaftet, die nicht mehr deinem Wegstück entspricht.Schreite auf diese Weise immer weiter voran auf deinem WEG NACH INNEN. Scheue dich vor keinem Schritt, vermeide Umwege und hüte dich davor, stehenzubleiben. Gib niemals deine Suche auf, bis du am Ziel aller Wege angelangt bist.

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