AKTION: Gratis-Bücher


«Lagerhüter unter die Menschen bringen.»


Nicht jeder Bestseller ist ein gutes Buch. Und nicht jedes gute Buch wird ein Bestseller.

Jeder Verlag kennt das: Selbst inhaltlich wertvolle und hochwertige Bücher haben oft kaum eine Chance, von der Öffentlichkeit angemessen wahrgenommen zu werden. Denn der Buchmarkt ist längst völlig überfüllt – pro Jahr werden im deutschen Sprachraum fast 100.000 Neuerscheinungen auf diesen Markt geschwemmt ! – und wird im Grunde von einigen wenigen Großverlagen und ihren «Bestseller-Autoren» beherrscht.

Was also soll man mit jenen Büchern tun, die nicht in dem erhofften Ausmaß erfolgreich waren? Die meisten ausschließlich kommerziell orientierten Verlage sind diesbezüglich ziemlich unsentimental und skrupellos. Sie scheuen sich nicht, alle Bücher, die nicht die kalkulierten Verkaufszahlen erreichen, einfach zu «makulieren», das heißt im Klartext: sie einzustampfen oder zum Altpapier zu werfen. Wir vom Govinda-Verlag bringen so etwas nicht übers Herz, doch andererseits schmerzt es uns auch mitanzusehen, dass manche unserer guten Bücher ein unwürdiges, unbeachtetes Dasein als «Lagerhüter» fristen müssen.

Daher haben wir uns entschieden, die Aktion «Lagerhüter unter die Menschen bringen» zu starten, um unseren zu Unrecht vernachlässigten Büchern die Möglichkeit zu geben, doch noch einen Weg zu einer Leserin oder einem Leser zu finden: Wir verschenken sie jetzt einfach!

Nicht bloß «Schnäppchen», sondern Geschenke.

Sämtliche Bücher in dieser Rubrik sind für Sie völlig kostenlos, und Sie dürfen so viele verschiedene Artikel bestellen, wie Sie möchten. Wir erlauben uns einzig, Ihnen die effektiven Versandkosten zu berechnen.

Machen Sie mit und helfen Sie damit unseren Lagerhütern, ein neues Zuhause zu finden, in welchem sie geschätzt werden und ihre Bestimmung erfüllen können. Denn letztlich geht es – so jedenfalls sehen wir das – bei Büchern und allgemein im Leben nicht in erster Linie ums Geld, sondern eben genau darum: gefunden, verstanden und wertgeschätzt zu werden. Oder was meinen Sie?

Viel Freude und Erbauung jedenfalls mit unserem Gratis-Sortiment!

Ronald Zürrer, Inhaber Govinda-Verlag

Spielregeln


Dies sind die «Spielregeln» unserer Gratis-Aktion «Lagerhüter unter die Menschen bringen»:

  • Sämtliche Artikel in dieser Rubrik sind völlig kostenlos; es fallen lediglich die Versandkosten an.
  • Für Privatpersonen: maximal drei Exemplare pro Artikel.
  • Für Buchhändler, die unsere Gratis-Bücher weiterverschenken möchten: Konditionen nach Absprache.
  • Die Gratis-Aktion ist ausschließlich gültig direkt beim Govinda-Verlag.
  • Die Gratis-Artikel sind verständlicherweise nur lieferbar, solange der jeweilige Vorrat reicht.
  • Aufgrund der sonst zu hohen Portokosten ist eine Lieferung nur innerhalb der Schweiz möglich. Es können jedoch individuelle Absprachen mit Interessenten aus anderen Ländern getroffen werden (bitte schreiben Sie uns in diesem Falle eine entsprechende E-Mail).

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Abenteuer Apokalypse
«Abenteuer Apokalypse» ist ein Projekt für Menschen, die gewillt sind, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und damit zum Wandel in Mitwelt, Umwelt und Nachwelt beizutragen. Wir leben in einer Zeit, in der selbst spirituell Suchende meist lieber nicht über die Zukunft unseres blauen Planeten nachdenken oder sich resigniert zurückgezogen haben. Dieses Buch aber legt dem Leser ein mutiges Projekt nahe, das dem einzelnen eine Verantwortung nicht nur gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber den Mitmenschen und der Natur vor Augen führt. Dabei geht es um individuelle und gesellschaftliche Neuorientierung. Die Handlung: Neun virtuelle Personen aus neun Nationen (vier Frauen und und fünf Männer) haben erkannt, daß die Zeit reif ist für einen grundlegenden Wandel im menschlichen Bewußtsein. Sie arbeiten an individueller Transformation und suchen einen Ausweg aus den alten Denk- und Lenkstrukturen, die unsere Zivilisation seit langer Zeit beherrschen und uns in scheinbar ausweglose Sackgassen geführt haben. So schließen sie sich zu dem «Projekt Apokalypse» zusammen, um ganzheitliche Denkanstöße, Visionen und Handlungsansätze für Kultur, Wirtschaft und Politik zu suchen, anzuregen und bekanntzumachen. Das Buch schildert ihr Ringen und Suchen und ihre gemeinsame engagierte Arbeit an einer lebensfähigen Zukunftswerkstatt sowie auch die Angriffe von mysteriösen Gegenkräften. Denn das Wirken des «Projekts Apokalypse» bleibt nicht unbemerkt und ruft Mächte auf den Plan, die sich von solchen Initiativen bedroht fühlen ... Ein aufrüttelndes Buch, das Mut macht.

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Die Dame am Fenster
Die liebevoll in Farbstifttechnik ausgeführten Bilder des Berner Künstlers Urban Trösch erfreuen das Auge, die von ihm eigens dazu verfaßten Gedichte das Herz. «Die Dame am Fenster» bringt dem Leser Momente der Freude und Besinnung. Diese kleine Kostbarkeit mit philosophischen wie humoristischen Anklängen eignet sich hervorragend als Geschenk oder auch als Schmuckstück für den eigenen Nachttisch. Lassen Sie sich verzaubern …

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Flug durch die Lebensspirale
Mit diesem Buch veröffentlichte der Schweizer Maler und Schriftsteller KIS (Karl J. Schaufelberger) mit über achtzig Jahren sein Lebenszeugnis. Einblicke in seine Reise durch das gegenwärtige und durch frühere Leben sowie höherdimensionale geistige Begegnungen führten ihn auf den Pfad der inneren Transformation. Dabei kam es zunächst zu einer kritischen Hinterfragung der eigenen Werte und Ansichten. Aufgrund wachsender Erfahrungen und Erkenntnisse zerbröckelten dann allmählich etablierte und sogar «heilige» Anschauungen. Inhaltsübersicht Vorwort Einleitung 1 Rückblicke und Reflexionen Mein Weg nach innen Gedanken am stillen Weiher Die Suche nach der Wahrheit Sinn und Unsinn der modernen Kunst 2 Gedanken zur leiblichen Wiederkehr Rückführungen Die Geschichte einer Apparition Die Mission eines Lehrlings Gespräche mit Josef Der Priesterstand als Schleudersitz Wer plante die Verleugnung der Reinkarnation? Auferstehung – eine christliche Heidenarbeit? Haben wir das Recht zu töten? Die «Einmaligkeit» des Lebens Christentum mit Reinkarnation – die Lösung Hat das Fegefeuer ausgeflackert? Zwei Artikel in der TG-Presse 3 Karma: Das kosmische Gesetz des Ausgleichs Des Menschen Schuld und Verantwortung Kommt die nukleare Antwort per Rucksack? Es gibt keine Versicherung, Sieger zu bleiben Haben die Mitarbeiter Luzifers alles im Griff? Warum greift Gott nicht ein? Gruppenkarma: Spiegelbilder von Ursachen Gibt es ein Lebensprinzip, das für alle gilt? 4 Kontakt mit anderen Welten Spiritismus – ein Pakt mit dem Teufel? Thurston, Houdini und das Medium Arthur Ford Abschied von Verstorbenen Durchsagen aus familiärem Kreise Ausgewählte Channeling-Botschaften 5 Botschaften zur Wendezeit Botschaft des Mediums Renate an KIS Gottes Botschaft an uns: «Die dritte Zeit» Kundgaben vom Erzengel Rafael Eine Transformation mit achtzig Redet Gott zu uns … und redet Er so zu uns? Beispiele einer Wende Die Beziehung zu unserem Vater Hilfe von Alpha Centauri Der wahre Sinn von ICH BIN Wer Jesus war und wie er Christus wurde KIS-Sutras Schlusswort Über den AutorThemen: Sinn und Unsinn der modernen Kunst Rückführungen Christentum mit Reinkarnation Karma: Das kosmische Gesetz des Ausgleichs Haben die Mitarbeiter Luzifers alles im Griff? Warum greift Gott nicht ein? Gibt es ein Lebensprinzip, das für alle gilt? Kontakt mit anderen Welten Botschaften zur Wendezeit Der wahre Sinn von ICH BIN Wer Jesus war und wie er Christus wurde «Flug durch die Lebensspirale» ist nicht nur das persönliche Vermächtnis des «lebenslangen Lehrlings», sondern auch ein wertvoller Beitrag eines Lichtarbeiters zur Wende auf unserem Planeten.

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From My Open Window
This book contains 123 English poems and poetic reflections by Astaratha Dasa, a German-born Vaishnava monk and mystic. They are an outcome of a loving dialogue between the writer and his surroundings – the house in which he lives, the people of his neighbourhood, his visitors, the rural environment, the conflicts and challenges he is confronted with, but also the deep experiences of his own spiritual practice and search. Perhaps the reflections gathered in this book can inspire the readers to take courage in their own struggle of life and find a way to overcome the barriers that seem to obstruct their path. Thus, «From My Open Window» may also open the respective reader’s window to his own inner self and to realizing his divine origin and destination.

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Jessy und Jim – Ein Jenseitstraum
Dieser «Jenseitsroman» überrascht durch einen faszinierenden Reichtum an Phantasie. Kennen Sie diese Sehnsucht, die man zuweilen verspürt – eine unerklärliche Sehnsucht nach einer anderen, heileren Welt? Diese Sehnsucht wird in diesem Buch gestillt, und man kann sagen: «Ja, so könnte es sein. Wenn das Jenseits so ist, dann ist es sehr gut.» Ein Leser berichtete uns, er habe nach der Lektüre dieses Buches komplett die Angst vor dem Tod verloren – welch ein Kompliment! Und ganz nebenbei wird man während der Lektüre dieses mystischen Romans bunter träumen. Probieren Sie es aus! «Der Wg zum Himmel ist die Erfüllung der Pflichten der Erde.» (Johann Heinrich Pestalozzi) Ein zu Herzen gehendes Buch für Jung und Alt – voller Weisheit. Ein Lebenstraum. Ein Diesseitstraum. Jessy erwacht – drüben, im Jenseits. Nun muss sie sich in der neuen Welt zurecht finden: schweben lernen, ohne Uhren auskommen, Unarten ablegen, die Einsamkeit aushalten und vieles mehr. Bald begegnet ihr Jim, und ihre Liebe zueinander erwacht schon früh. Doch bis zum großen Liebesblitz ist es ein langer Weg, voller Überraschungen, Prüfungen, Gefahren und Dramatik. Eifersucht, Streitlust und Luzis Geschwätz stiften immer wieder Verwirrung, und erschütternd ist auch der Gang in die düsteren Täler der verirrten Seelen. Und doch lässt der Autor immer wieder den Schalk aus der Tasche, würzt das Ernste und Tiefgründige mit Leichtigkeit und Humor und zwinkert mit den Augen. Genau wie Schneuli, die weiße Schnee-Eule. Persönliche Vorbemerkung des Autors zu «Jessy und Jim»: «Den Anstoß, eine Jenseitsgeschichte zu erfinden, gaben mir vor sieben Jahren zwei meiner Enkelinnen. Nach meinem spontanen Erzählen baten sie mich, die Geschichte aufzuschreiben. Herausgekommen ist schließlich dieser mystische Roman. Zu Beginn hatte ich junge Leser im Auge, doch bald auch Erwachsene, die daran interessiert sein mögen, geistige Hintergründe zu entdecken und Symbole zu deuten. Dabei blieb ich beim anfänglichen, nach Farbigkeit trachtenden Schreibstil und lege daher mein Buch nun sowohl in die Hände von Erwachsenen als auch von Jugendlichen. So oder so wird mein Anliegen nicht verborgen bleiben: jenen geistigen Gesetzen nachzuspüren, die einem fruchtbaren und erfüllenden Leben zu Grunde liegen, gleichgültig, ob sich dies im Diesseits oder im Jenseits abspielt.» [Arthur Brühlmeier]Die offizielle Internetseite zum Buch: www.jessy-und-jim.chKlappentext In seinem mystischen Roman «Jessy und Jim» führt uns der Autor in ein erfundenes Jenseits. Dieses ist sinnlich erfahrbar, beruht aber in seinen vielfältigen Erscheinungen nicht auf den uns bekannten Naturgesetzen. Vielmehr entsprechen die Landschaften und Wohnplätze mit ihren Ausstattungen den seelischen und moralischen Zuständen der handelnden Personen. Im Zentrum steht der Entwicklungsweg von Jessy und Jim, die schon als Kinder im Jenseits ankommen und einander in Liebe zugetan sind. Ihr Weg zur Reife des Erwachsenen und hinauf in höhere Sphären ist verflochten mit dem Geschick von vielen anderen Menschen. Daraus ergibt sich eine Fülle von dramatischen oder lustigen, auch besinnlichen und traurigen, immer aber überraschenden Episoden einer farbigen und spannenden Geschichte.Leseproben Aus Kapitel 7 (von 96) [Nach dem Flugzeugabsturz, bei welchem Jim, sein Vater George und seine Mutter Lena ums Leben gekommen waren, wurde Jim nach seinem Erwachen im Jenseits den beiden Brüdern der Mutter, Samuel und Jakob, in Obhut gegeben. Lena ist deutlich später als Jim vom Eintrittsschlaf erwacht.] Lena war hingerissen von dem freundlichen Empfang, den die Verwandten und Freunde ihr nach ihrem Erwachen bereitet hatten. Auf der Erde hatte sie sich stets damit gebrüstet, dass sie nicht an ein Weiterleben nach dem Sterben glaube, denn das seien Kindereien oder Träume von Phantasten. Sie brauche so etwas auch nicht, Schluss sei Schluss und tot sei tot. Vielleicht hatte sie damals ihren Standpunkt auch deshalb so entschieden behauptet, weil sie insgeheim ein schlechtes Gewissen hatte wegen der Art, wie sie lebte, und sich deshalb fürchtete, es könnte nach dem Tod so etwas wie ein Gerichtsverfahren geben. Auf einer Ägyptenreise hatte sie in einem Pharaonengrab auf einem Bild gesehen, wie nach dem Sterben das Herz gewogen wird. Es musste so leicht sein wie eine Feder. War es aber schwer von unguten Gedanken oder bösen Taten, senkte sich die Waagschale, und der Höllenhund nahm es in Empfang. Ihr schauderte vor der Vorstellung, dieses Biest könnte seine spitzen Zähne in ihr Fleisch schlagen und sie in Stücke zerreißen. Und nun, da es sich zeigte, dass man nach dem Sterben durchaus nicht tot war, fand sie es großartig, dass ihr nichts dergleichen widerfuhr, sondern dass sie unvorstellbar festlich empfangen wurde. […] Samuel machte den Vorschlag, Lena möge einstweilen in seinen Palast kommen, bis sich für sie entscheide, wo sie wohnen werde. Jakob schloss sich der Gruppe an, und sie begaben sich auf den langen Weg, der zu Samuels Behausung führte. Zuerst schritten sie schweigend nebeneinander her, doch nach einer Weile begann Lena das Gespräch: «Der Empfang war ja wirklich überwältigend, vielen Dank nochmals. Nur die Musik war nicht ganz nach meinem Geschmack. Ich habe zwar früher Violine gespielt, doch in der letzten Zeit hörte ich lieber Jazz. Irgendwie ist das rassiger als dieses Geigengesäusel.» Samuel antwortete nicht, sondern verzog sein Gesicht zu einem kleinen Schmunzeln und blickte seinen Bruder an. «Und dass die Wildleberin unbedingt dabei sein musste, war nicht gerade geschmackvoll», fuhr Lena fort. «Es scheint, dass sie mich hier weiter ärgern will.» «Das siehst du falsch», erwiderte Jakob, «sie ist dir wohl gesonnen und hat dir verziehen.» «Mir musste die nichts verzeihen, sie war es, die mich immer schikaniert hat. Dass sie sich einmal genau dasselbe Kleid gekauft hat, bloß um mich zu ärgern, verzeihe ich ihr nie.» «Solche Zänkereien haben hier im neuen Land keinen Platz, Lena», sprach darauf Samuel. «Wer dem anderen nicht verzeiht, schadet sich nur selber.» «Du bist natürlich einmal mehr auf ihre Heucheleien hereingefallen», gab Lena giftig zurück, worauf die beiden Brüder schwiegen. «Mama», sagte Jim nach einer Weile, «denk jetzt doch nicht immer an das Vergangene. Schau diese herrliche Landschaft, die Blumen, Bäume, Seen, Berge und Häuser! So etwas hast du gewiss drunten auf der Erde noch nie gesehen.» «Jetzt guck dir mal diesen kleinen Gernegroß an!», rief Lena aus. «Jetzt will der mich auch noch belehren! Kinder wie du haben zu gehorchen, nicht zu kritisieren.» «Und trotzdem hat Jim Recht», wandte Samuel ein, «und die lieblose Art, wie du sprichst, wird dich hier unglücklich machen.» «Um mein Glück brauchst du dich nicht zu sorgen», entgegnete Lena heftig, «lass das meine Sache sein und wisch vor deiner eigenen Türe.» Wieder gab es eine Pause und wieder fing Jim zu reden an: «Mama, ich habe hier noch niemanden so reden gehört, das passt nicht hierher, und mir tut es weh.» «Du sollst den Mund halten! Das habe ich dir vorher schon gesagt», fuhr sie Jim unwirsch an und wandte sich dann an Samuel: «Du hast den Jungen schon in kurzer Zeit verwöhnt, darum ist er so frech.» «Ich habe nichts Freches von ihm gehört», wehrte Samuel ab, «er ist ein ganz lieber Bub und macht gute Fortschritte.» «Welche Fortschritte er macht, werde ich künftig bestimmen. Der hat nur immer Flausen im Kopf, und die werde ich ihm hier austreiben.» Die Stimmung war auf den Nullpunkt gesunken. Niemand sagte mehr etwas, aber von Zeit zu Zeit blickten sich die beiden Brüder besorgt an, und Samuel, der Jim an der Hand führte, atmete dabei tief durch. Aus Kapitel 26 [Jochen, der in seinem Erdendasein von seiner Mutter Elfriede mit in den Tod gerissen wurde, nachdem sie aus Verzweiflung ihren Gatten Horst vergiftet hatte, ist ganz von der Sehnsucht besessen, seine Mutter wieder zu finden. Bei seiner Fahrt auf dem Karussell, begleitet von Jessy, hat er die Karussellpferde derart angetrieben, dass sie lebendig wurden und ausrissen, um ihn durch die Lüfte in die Nähe seiner Mutter zu tragen …] Jochen hatte seinen Fuchs während des ganzen Ritts über dem Boden und zwischen den Kronen der hohen Bäume mit der einen Hand wie ein Rasender angetrieben, während er mit der anderen Faust den Zügel von Jessys Schimmel festhielt. Wie sehr Jessy auch weinte und schrie und ihn beschwor, er möge bitte anhalten und umkehren – er hörte nichts und sah nichts und war vollkommen von der Gier besessen, endlich bei seiner Mutter zu sein. Als das Haus, in welchem seine Mutter bei Lena Wohnrecht hatte, schon von Ferne erkennbar war, rief Jessy plötzlich: «Jochen, pass auf, dort drüben kommt jemand auf einem wilden Tier heran geritten!» Doch Jochen tat weiter so, als hätte er nichts gehört. «Sieh doch, das wilde Tier ist ein gewaltiger Wolf!» Jochen reagierte immer noch nicht. «Die Bestie ist fast so groß wie ein Pferd, und sie kommt immer näher! Sieh, ein kohlschwarzer Mann sitzt darauf!» Endlich, als die beiden Ungeheuer schon ganz nahe waren, sah Jochen hin und schrie sofort laut auf vor Entsetzen: «Mein Vater! Fort, fort, mein Vater kommt! Er wird mich umbringen!» Er wollte die Pferde wenden, aber beide bockten und sanken wie versteinert hinab, und als sie den Boden berührten, verwandelten sie sich wieder in unbewegliche Karussellpferde. Auch der Wolf, der seinen Rachen weit aufgerissen hatte und gewaltige Zähne zeigte, erreichte den Boden, und der Mann stürmte zu Fuß auf die beiden Kinder zu, die noch immer auf ihren hölzernen Pferden saßen. Jessy begann zu schreien, so laut, wie sie in ihrem ganzen Leben noch nie geschrien hatte, und hielt sich darauf hin beide Hände vors Gesicht, um die grauenhafte Gestalt des Mannes nicht sehen zu müssen. Alles an ihm war schwarz, sogar die Haut, und seine struppigen Haare standen vom unförmigen Kopf ab wie die schwarzen Stacheln eines Stachelschweins. Die Augen lagen in tiefen Höhlen, und gewaltige schwulstige Lippen leuchteten dunkelrot aus seinem finsteren Gesicht. Er schwang drohend seine geballten Fäuste, die eher Schmiedehämmern oder Eisenklumpen als Menschenhänden glichen, und schrie dann mit donnernder Stimme: «Zur Hölle mir dir, Jochen!» «Ich will zur Mutter!», rief Jochen in äußerster Angst. «Mutter, Mutter, komm, hilf mir, der Vater bringt mich um!» «Niemals lasse ich dich zu dieser Metze, eher schlage ich dich tot!», donnerte dieser und schritt drohend auf den Knaben zu. Derweil verharrte Jessy wie versteinert auf ihrem Schimmel und zitterte vor Angst. Jochen sprang von seinem Pferd und wollte fliehen, aber der schwarze Mann war schneller und holte ihn schon nach wenigen Schritten ein. Mühelos erhaschte er ihn und hielt ihn mit eisernem Griff am Handgelenk fest. Dann schnarrte er: «Endlich hab ich dich, du Teufelsbraten! Von nun an wirst du wie ich nur noch Geheule hören und erfahren, was Dreinschlagen heißt.» Dann schritt er zurück zu seinem Riesenwolf und bemühte sich, den Knaben, der sich nach Kräften zur Wehr setzte, auf dem Rücken des Tiers mit einem Strick festzubinden. Da begann Jessy wieder laut zu schreien: «Hilfe, Hilfe! Mutter, Ellen, so helft doch! O Gott, was soll ich bloß tun?» In diesem Augenblick erschien ein Licht, hell wie ein Blitz, und der Engel Archas stand da in vollem Glanze. Aus Kapitel 34 «O Himmel!», rief Jessy. «Wie das hier strahlt und schillert und glitzert! Gibt es sowas überhaupt?» «Wie du siehst, gibt es das», erwiderte Jakob ruhig. «Die Mineralien, Kristalle und Edelsteine haben hier drüben eben einen ganz anderen Glanz als auf der Erde. Das kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Bedenke auch, dass alles, was hier so leuchtet und funkelt, wirklich lebendig ist. Diese Mineralien zeigen ihr Leben dadurch, dass sie mehr oder weniger intensiv oder dann in einer anderen Farbe oder Farbkombination strahlen. Sie antworten auch auf unsere eigenen Gefühle. Sieh, hier, dieser große Bergkristall zum Beispiel, der scheint im Moment zu schlafen. Wenn ich aber mit den Fingern fein über seine Flächen streiche, verändert sich seine Farbe.» Jakob fuhr mehrmals mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand über die vielen Flächen und Kanten der großen Kristallstufe, und tatsächlich begannen die einzelnen Kristalle mehr und mehr in einem wundervollen Blau zu leuchten. Dabei wurde deutlich, dass sie nicht fremdes Licht brachen oder widerspiegelten, sondern aus ihrem eigenen Inneren heraus strahlten. Während sich Jessy und die beiden Onkel noch am meerblauen Bergkristall erfreuten, hatte sich Jim weggeschlichen, denn auf einem Tisch hatte er eine riesige halbkugelförmige Steinschale entdeckt, die ihn in ihren Bann zog und aus der Tausende sehr lange, feine Kristallnadeln emporragten. «Seht nur!», rief er voll Verwunderung. «Die färben sich alle rot!» «Ein gutes Zeichen», meinte Jakob zufrieden. «Lass sehen, ob sich ihre Rötung noch steigern lässt. Komm, Jessy, fass deinen Jim an der Hand.» Jessy, die längst gemerkt hatte, dass in diesem jenseitigen Land niemand seine Liebe zu verstecken brauchte, fasste Jim bei der Schulter und drückte ihn an sich. In diesem Moment leuchtete die ganze Kristallschale in einem tiefen Violettrot auf, und zwar so durchdringend, dass augenblicklich der ganze Raum von rotem Licht durchflutet war und Samuel sogar mit einer Hand die Augen abschirmte, um nicht geblendet zu werden. «Ein wirklich gutes Zeichen», wiederholte Jakob, «denn dies ist ein Liebeskristall. Je stärker die Liebe im Herzen eines Menschen, der sich ihm nähert, desto freudiger antwortet er. Und wie ihr seht, wird er ganz närrisch, wenn zwei Verliebte bei ihm stehen.» «Erzähl doch den beiden, wie du zu diesem seltenen Stück gekommen bist!», warf Samuel ein. «Oh, das hat mich viel Arbeit gekostet. Wie lange es her ist, weiß ich nicht mehr so genau, da wir hier ja keine Uhren haben und auch keine Tage und Jahre zählen. Jedenfalls besuchte ich einmal eine Ausstellung von wohl zehntausend Kristallen und Edelsteinen. Auf einem erhöhten Tisch in einer Ecke des großen Raumes lag diese Schale. Ich war sehr verwundert, der Einzige zu sein, der bei ihr stehen blieb und sie bestaunte. Hinter dem Tisch stand ein Mann in einem schneeweißen Gewand, und als ich näher hinsah, spürte ich deutlich, dass es ein richtiger Engel war. Er sprach: ‹Wundere dich nicht, dass du allein hier stehst, denn niemand von allen anderen kann dies hier sehen. Du darfst diese Schale mit den Kristallen haben, aber ich bitte dich um einen Gegendienst: Von der Erde her ist das Gebet einer Frau zu uns gekommen. Ihr Mann hat sein ganzes Leben hindurch gottlos gelebt und liegt jetzt schon seit Wochen im Sterben. Und nun bittet uns die Frau, jemand möge sich die Mühe nehmen, ihm während seines Dahindösens und Träumens gute Gedanken einzuflößen, damit er sich noch vor seinem Ende bessere. Jakob, bitte sei so lieb und übernimm du diesen Auftrag.› Dabei sah mir der Engel so innig bittend in die Augen, dass ich auf keinen Fall nein sagen wollte.»Pressestimmen «Gute Bücher sind zahlreich, aber einige ragen heraus.» Pressekommentar aus «Auf der Höhe / Marienburger Höhe» (Ausgabe 3 / März 2011): Gute Bücher sind zahlreich, aber einige ragen heraus. Ein solches ist der mystische Roman «Jessy und Jim» des Schweizer Autors Arthur Brühlmeier. Er ist es wert, von Jung und Alt gelesen zu werden. Jessy und Jim begegnen sich nach dem frühen Sterben in einer vom Autor ersonnenen jenseitigen Welt. Sie nehmen die Erfahrungen aus ihrer Kindheit mit, bleiben verbunden mit ihren Nächsten und sind doch voller Neugier, was sie alles in dieser doch so ganz anders gearteten Welt erwartet. Hier genießen sie ihre neue Freiheit und erfahren, dass ihr Tun Wirkungen hervorbringt. Sie erleben Lustiges, Trauriges, Dramatisches, machen neue Bekanntschaften und werden begleitet durch meist unsichtbare Engel. Schon früh erkennen Jessy und Jim, dass sie einander bestimmt sind, auch wenn Jim anfangs durch Eifersucht gepeinigt wird. Ihr Dasein ist noch nicht «der Himmel». Entsprechend gibt es in dieser Jenseitswelt auch düstere Orte und leidende Wesen, die der Hilfe bedürfen. Die beiden Liebenden lernen allmählich das allgemein gültige Gesetz von Ursache und Wirkung, aber auch das Wesen und die Wirksamkeit der Wahrheit und der bedingungslosen Liebe kennen. In den drei Teilen des Buches mit seinen 96 Kapiteln ist das ganze Leben verwoben: Ein lustvolles, oft spielerisches Sammeln von Erfahrungen, der Erwerb vieler Fertigkeiten, die Ausbildung von Fähigkeiten und deren Verinnerlichung zur Kunst und zur Liebe. Schritt für Schritt reifen Jessy und Jim heran bis dahin, wo sie sich in der mystischen Vereinigung auf neue und ungeahnte Weise finden und sich öffnen für eine neue Existenz. Brühlmeier erhebt nicht den Anspruch, Genaues über das Jenseits zu wissen. So nennt er denn seine Visionen «Jenseitstraum», die aber zugleich ein Diesseitstraum sind: Was wir uns durch Fleiß, Wahrheitsliebe, Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Treue aneignen, wird Grundlage zur weiteren geistigen Entfaltung und gibt uns Kraft zu Wahrheit und Liebe. Wer dieses Buch mit offenem Sinn liest, erfährt Erhebung von Geist und Gemüt und wird gestärkt in der Gewissheit: Was wir an inneren Werten erschaffen haben, bleibt uns ewig erhalten. Der Autor war Grundschullehrer, studierte dann Psychologie und Pädagogik, unterrichtete in der Lehrerbildung und ist international bekannt als Spezialist für Leben und Werk Heinrich Pestalozzis, dessen Ideen Grundlage eines weiteren Buches Brühlmeiers sind: «Menschen bilden». Seine vielseitige Lebenserfahrung und sein großes Wissen verwob der Autor zu einer Erzählung voller Weisheit und Wahrheit. Er schafft es ohne jedes Moralisieren und ohne irgendeine dogmatische Fixierung, einen geistigen Weg aufzuzeigen, der für alle Menschen aus allen Weltanschauungen gangbar ist und von Bedeutung sein kann. Doch die Lektüre ermutigt nicht bloß zu einer positiven Haltung gegenüber der Schöpfung und jedem Geschöpf – sie ist auch spannend und unterhaltsam. Brühlmeier hat eine beinahe unerschöpfliche Phantasie, er schreibt farbig und gut verständlich, und seine Erfindungen verblüffen immer wieder ob ihrer Originalität und Eigenwilligkeit. Dieses zur Jahreswende erschienene Buch hat das Potenzial zu einem Bestseller, denn es strahlt positiv hinein in eine Zeit des Egoismus und der Beschränkung auf vergängliche Werte. Wer sich ihm hingibt, wird es bereichert zur Seite legen.Leserstimmen «Das allerschönste Buch.» «Jessy und Jim ist das allerschönste Buch, das ich je in meinem ganzen Leben gelesen habe! Vielen herzlichen Dank dafür!» (Katrin Staub, Pfäffikon, 15.11.2014)

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Neutag
zwischen menschen so viel.In ihren lyrischen Texten geht Rebecca C. Schnyder dem auf den Grund, was zwischen Menschen geschieht und erfühlt wird, was gesagt werden kann oder unausgesprochen bleibt.Das große Gefühl von Liebe in all seinen Facetten – von Selbstliebe über Freundschaft, Begehren, Erfüllung und Sehnsucht bis hin zu einem neuen Leben zu dritt: Die Autorin macht sich mit jungem Blick auf die Suche nach dem im Grunde nicht Fassbaren, und in glaubwürdigen, aufrichtigen Worten gibt sie ihren inneren Wahrnehmungen Gestalt.In diesem Lyrikband vereinen sich verspielte, freimütige und zarte Gedichte zu einem Ganzen, das dem Menschsein seinen Tribut zollt. «Neutag» erzählt, wovon wir jeden Tag aufs Neue berührt werden: die breite Vielfalt an Empfindungen, die uns zu denjenigen machen, die wir sind.LeseprobeNeutagTriffst duso auch ichdas Wunderin mirZu lieben, zu tragenmeinedeineneue WeltSchönheitEin Hauch dessenzu fühlen ich imstandEin Aufflammen dessenzu geben ich vermagEin Schimmer dessenwomit du mich berührstGanzkörperliebesbriefAcht davon hast du gesetztauf Papier das mich umwickeltMit Purpurtinte geschriebenBuchstaben zeitlos schönWir sollen uns umfassenbehutsam immerfortso wie du es verewigtauf mir die ich dieneals GanzkörperliebesbriefFußspurendie deinenauf welche folgendie meinenWenn du gehstGeh ich nichtvorgeh ich nichthinterWenn du gehstgeh ichnebenDirden ich liebeHör nicht auf zu träumenTrittst du mein Lacheneinmal mehr mit Füßenist mein Verbündeterdie dunkle tiefe NachtSchlägst du mein Innereinmal mehr mit Wortenentschwinde ichins ferne AlbtraumlandUnd unter Decken kauerndversprech ich zum Morgenwiederum im Schweigentrotz allem zu bleiben

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Rosenschöne
«Was wirklich zählt, wenn alles gesagt ist und getan, wenn alles erlebt ist und durchstanden, wenn alle Wege sich gekreuzt haben und alle Erfahrungsblumen gepflückt sind – was wirklich zählt, ist die Liebe.» In seinen romantischen Gedichten, Prosatexten und Aphorismen offenbart Ronald Zürrer einen Kranz zartester Blüten aus dem reichen Garten seiner Gefühle. Für ihn umfaßt Liebe nicht nur das leichte, schmetterlinghafte Schweben des Verliebtseins, sie kann und soll uns darüber hinaus auch das Herz für ein inniges, ehrliches Verbundensein öffnen, das uns den Blick auf die Schönheit und Sinnhaftigkeit dieser Welt entschleiert. Hier gehen melancholische Einsamkeit und gemeinsam gefeierte Lebensbejahung Hand in Hand, tränenvolle Traurigkeit und jubelnde Freude wechseln sich wie Jahreszeiten ab und ergänzen sich zu einer Einheit. Die «Rosenschöne» ist für den Dichter das Sinnbild der ewig Geliebten und Ersehnten, die dem Herzen stets so nah ist und doch in wunderlicher Weise immer unerreichbar bleibt.Leseprobe Was wirklich zählt Was wirklich zählt, wenn alles gesagt ist und getan, wenn alles erlebt ist und durchstanden, wenn alle Wege sich gekreuzt haben und alle Erfahrungsblumen gepflückt sind, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, dann, wenn du leise dein Bündel packst und weiterwanderst auf dem langen Wege, erschöpft und erwartungsvoll zugleich, wenn du nichts mitnehmen wirst außer diesem, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, ist nicht der Plunder, den du angehäuft hast und der deinen Rucksack schwer macht, ist nicht, wieviel du gesammelt oder geleistet hast, wie oft du gelobt oder belächelt wurdest, was wirklich zählt, ist die Liebe. Was wirklich zählt, ist die Liebe, sie war am Anfang sie ist jetzt sie wird immer sein. Was wirklich zählt, ist die Liebe, die Liebe allein. (Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Halte Ausschau Halte Ausschau nach jenem Menschen, dessen gütiger Blick Seiten an dir erkennt, die dir selbst bislang verborgen waren, und der dir dich zeigen kann. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dich respektvoll annimmt, genauso wie du bist, der dich aber erwartungslos unterstützt, wenn du dich verändern willst. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dir zuhört, wo andere dich unterbrechen, der dich umarmt, wo andere dich verstoßen, und der dich freiläßt, wo andere dich festhalten. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der dich anlächelt, wenn du traurig bist, der dir zuzwinkert, wenn du zornig bist, und der mit dir tanzt, wenn du fröhlich bist. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der Frieden in seinem Herzen trägt, Klarheit in seinem Geist und Zärtlichkeit in seinen Händen. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der seine Versprechen hält und dich niemals belügt, selbst dann nicht, wenn die Wahrheit bitter und die Lüge zuckersüß schmeckt. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der das Gute in dir zum Wachsen bringt, der deiner Seele Flügel verleiht und deinem Körper einen festen Grund. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der alle Wege mit dir geht und sie still zu seinen Wegen macht, ohne daß du es merkst. Halte Ausschau nach jenem Menschen, der nichts braucht in dieser Welt und der sich nichts anderes wünscht als deine Liebe und deine Aufmerksamkeit. Und wenn du ihn gefunden hast, diesen Menschen, dann öffne ihm ohne Zögern dein Herz und schenke ihm deine ganze Liebe. (Ronald Zürrer, 2009, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Voller Schönheit Voller Schönheit ist die Welt und voller Wunder, im Kleinen wie im Großen. Hundert unerkundete Zaubergärten, Tausend ungesungene Lieder, eine Million ungetanzte Schritte sehnen dem Augenblick entgegen, von dir entdeckt zu werden und belebt von deiner Schöpferkraft. Erschaffen bist du, Kind der Sonne, um zu leben, um zu tanzen, in Leichtigkeit und Frohsinn, auf daß du glücklich seiest und dankbar jeden Tag aufs neue. Beobachte also, erkunde die Geheimnisse um dich, im Kleinen wie im Großen, und entfalte dich! Siehe, Kind der Sonne: Alles ist dir gegeben, Schönheit und Würde, Kraft und Vermögen, alles zu begreifen, zu verstehen, alles zu überwinden. Tanze also, spiele dein Spiel, im Kleinen wie im Großen, und lüfte die Schleier. Voller Schönheit ist diese Welt und voller Wunder, im Kleinen wie im Großen – und doch eine Ahndung nur jener fernen Heimat, die seit Ewigkeiten schon deiner Rückkehr entgegensehnt. Das Heimweh deiner Seele wird deine Rettung sein. (Ronald Zürrer, 2007, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Die Frau, die ich lieben werde Die Frau, die ich lieben werde, ist mir verwandt und immer immer sich selbst. Die Frau, die ich lieben werde, wird mich lieben, wenn ich weil ich mich selbst bin. (Ronald Zürrer, 2004, aus: «Rosenschöne») ____________________________________ Am geliebten Kamin Ich habe am Abend ein Feuer entfacht in meinem geliebten Kamin. Es ist kalt, mitten im Sommer, doch dies ist nur der eine Grund. Ich will allein sein mit dem Feuer. Ich versinke in den Flammen, taumle im süßen Rauch, lasse mich willig erschrecken vom Knacken des zerberstenden Holzes, denke an vieles und nichts. Kälte kann mich nicht erschrecken, Gedanken auch nicht, sie wärmen, auch nicht das Alleinsein oder seine Begleiterin, die Traurigkeit. Sie sind Teil meines schönen Lebens. Ich genieße diesen Moment alleine mit dem Feuer am geliebten Kamin; mit niemandem möchte ich ihn teilen. Aber ich werde dir davon erzählen – und später vielleicht neue Momente teilen mit dir am geliebten Kamin. (Ronald Zürrer, 2002, aus: «Rosenschöne»)

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Schräglage
Der Globalisierungsgegner Ernst Widermann findet heraus, daß der Staatsschutzdienst ihm auf den Fersen ist. Bei seinem Kampf um die Wahrheit muß er schließlich vor der Polizei fliehen. Die Flucht endet in einem existentiellen Desaster, das ihm jedoch Einblicke hinter die verschwommenen Fassaden seines Daseins eröffnet. Er sieht sich plötzlich mit seiner Vergangenheit und auch mit seiner Zukunft konfrontiert, und das gleich in mehreren Variationen. Er hat jetzt die Wahl ... Ein fesselnder, vielschichtiger Wendezeitthriller mit spiritueller Perspektive und einer guten Portion Humor.Leseprobe Anfang des Romans Daß das Desaster mit einer Frau beginnen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Er hatte an einen Mann gedacht. An Männer. Kerle, die eines Tages vor seiner Haustür stehen würden, unauffällig bieder gekleidet, ihn freundlich, aber bestimmt auffordernd, mitzukommen. Ernst Widermann war ein Mensch von etwas ungewöhnlichem Humor. Er lachte immer dort, wo sonst niemand lachte. Früher – als er es noch für notwendig erachtet hatte, mit Maria oder Laura oder allein ins Theater oder ins Kino zu gehen –, da hatte er nicht selten plötzlich laut heraus gelacht, obwohl es noch gar nicht lustig gewesen war. Die Zuschauer hatten sich dann nach ihm umgedreht, aber erst Sekunden später begriffen, warum da einer schon gelacht hatte. Widermann litt unter der Fähigkeit, Pointen im voraus zu erraten. Er lebte seiner Zeit ein klein wenig voraus. Wenn etwa internationale Konzerne zusammenbrachen, die die Arbeiter ausbeuteten und die Umwelt schädigten, nun, da lachte er genauso, wie wenn aus lauter irrealer Angst Flüge gestrichen wurden. Und wenn sich die Zeichen wieder einmal mehrten, daß er einen globalen Börsencrash würde erleben dürfen, zeichnete sich auf seinen Lippen ein feines Lächeln ab, was Maria veranlaßte, sich zu fragen, was er denn nur für ein Mensch sei. Widermanns Humor beruhte aber nicht etwa auf gewöhnlicher Schadenfreude; vielmehr bezog er seine Ausdrucksberechtigung aus der schwer faßbaren Dimension des noch Ungeschehenen. Widermann lebte mit Maria in einem geräumigen Haus am Rand einer großen Stadt. Das Haus hatte ihm sein Vater vererbt, mit der Bedingung, daß Maria dort lebenslanges Wohnrecht genieße. Widermann war noch heute davon überzeugt, daß er es dabei mit einem Racheakt seines Vaters zu tun hatte, denn das zwangsverordnete Zusammenleben mit der Haushälterin seiner Eltern kam in seinen Augen einer verspäteten, ultimativen Ohrfeige des Oberst Julius Widermann gleich – ihre politische Gesinnung hätte unterschiedlicher nicht gewesen sein können. Nun war es aber beileibe nicht etwa so, daß er Maria nicht mochte. Die etwas rundliche und gutmütige, aber strenge Kalabresin hatte ihn, obwohl sie bloß ein paar Jahre älter war als er, in seinem Elternhaus gewickelt, großgezogen und ihm den Hintern versohlt, wenn sie es als notwendig erachtet hatte – selbstverständlich mit der Legitimation seiner Eltern. Sie waren sozusagen gemeinsam groß geworden. Maria war für ihn zu einer älteren Schwester herangewachsen, später zu einer strengen und liebenden Mutter, da seine leibliche oft abwesend gewesen war, und heute fand er keine Bezeichnung, die treffend beschrieben hätte, was sie ihm bedeutete. Trotz ihres notariell verbuchten Rechts, auf Lebzeiten in seinem Haus zu wohnen – freilich ohne die vertragliche Bestimmung, dem Erben des Hauses weiterhin zu Diensten zu stehen –, führte sie nach dem Tod seiner Eltern fort, was sie ein halbes Leben lang getan hatte. Noch heute mußte der Alleinerbe der Widermanns immer wieder feststellen, daß er wie in früheren Jahren von einer älteren Schwester verwöhnt, von einem Kindermädchen umsorgt, von einer Erzieherin gerügt und von einer Mutter getadelt, bewundert und gelobt wurde. Was nun das emotionale Verhältnis der beiden anbelangte, so hatten sich durch das enge Zusammenleben gewisse Abnutzungserscheinungen eingestellt, wie sie auch kinderlos gebliebenen Ehepaaren in der zweiten Hälfte des Lebens oftmals nicht erspart bleiben. Mit anderen Worten: Widermann betrachtete sich als mit Maria unglücklich verheiratet. (Anfang bis S. 7) Es war ein sonniger Maimorgen. Widermann saß in seinem Arbeitszimmer und ließ die Zeitung, die er eben überflogen hatte, in einer Art und Weise auf den Schreibtisch sinken, die leicht erkennen ließ, daß ihm sein Humor abhanden gekommen war, ja daß er um Fassung ringen mußte. Er zog die Beine vom Schreibtisch, griff nach der Zeitung und trennte vorsichtig jene Seite heraus, die er soeben gelesen hatte. Schon nach dem Überfliegen der ersten Zeilen war ihm nicht nur klar geworden, daß George Orwell mit seinem Roman «1984» ein Hellseher gewesen sein mußte, sondern auch, daß er jetzt jenen Schritt wagen würde, den er schon seit einiger Zeit im stillen vorbereitet hatte, egal was die Folgen sein würden. Weil seine Ausführung zunächst nur mit einer minimen physischen Anstrengung verbunden war, hätte sie sich eigentlich mit einer gewissen spielerischen Nonchalance begehen lassen können – und trotzdem zitterte seine Hand ein wenig, als er nach der Maus griff und den Doppelklick auslöste. Nun war sein Manifest im Netz und somit jedermann zugänglich. Die Aktion, zu der ich mich hinreißen lasse, ist vielleicht ein Spiel mit dem Feuer, dachte er, verwarf den Gedanken aber sofort wieder und beobachtete, wie sich seine Website auf dem Display auszubreiten begann: DER SANFTE TERRORIST «An alle, die wissen möchten», war da zu lesen, «warum und wie sie das exponentiale Wachstum ihres Kapitals und dasjenige der «global free radicals» synchron zum Kollabieren bringen können und – pardon – müssen. …» Wieso sollte er denn nicht jenes Instrument, das er als die größte Gefahr für die Menschheit ansah, als taktische Waffe zur Verbreitung seiner symbolisch gedachten Wirtschaftsterror- attacke benutzen – das Internet? Diejenigen, denen der Plan der Totalüberwachung dieses Planeten durch das Internet nichts Neues war – davon war Widermann überzeugt –, würden die folgenden Seiten ohnehin lesen. Doch er mußte die Banker, die Broker, die Unterhundwerkzeuge der unersättlich gierigen, mächtigen Wirtschafts- und Finanzdiktatoren ebenso erreichen wie den einfachen Arbeiter, der als humanoides Schmiermittel im Getriebe des globalen Wirtschaftswahns fungierte, der einer stumpfsinnigen Arbeit nachging, ohne sich über die seelischen und ökologischen Folgen seiner Arbeit und seines Produktes im klaren zu sein. Kurz, er wollte Menschen erreichen, die kaum einen Fuß über die Schwelle eines guten Buchladens setzten, die aber dennoch täglich stundenlang im Internet nach etwas Ausschau hielten, was ihnen die abgrundtiefe Leere und Sinnlosigkeit ihres scheinbar bedeutungslosen Daseins kurzfristig vertrieb. Widermann lehnte sich in seinem Sessel zurück, atmete tief durch, schloß die Augen und sprang auf einem holprigen Gedankenpfad zurück in den Herbst des Jahres 2001. Maria war an jenem Tag, der die Welt verändern sollte, in sein Arbeitszimmer gestürzt und hatte ihm haspelnd und außer sich mitgeteilt, was soeben in New York passiert war. Er aber hatte ruhig weitergeschrieben. Erst Stunden später war er vom Fernseher weg in die Toilette gelaufen und hatte gespien. Und jetzt, nach der Lektüre dieser Zeitungsmeldung, rieselte ihm ein Schauer über den Rücken. Gewiß war er nicht der einzige, der durch die unverfrorene Offenheit alarmiert war, mit der die Politiker heute morgen durch die Medien bekanntgaben, daß ab sofort sämtliche Bürger der EU-Staaten durch die Aufzeichnung ihrer Internetaktivitäten, ihrer E-Mails, Faxe und Telefon- gespräche der staatlichen Kontrolle unterworfen seien – zwecks «Bekämpfung des Terrorismus». Das war natürlich nur ein Vorwand, da es nach den letzten Ereignissen kaum so unkluge Terroristen gab, die ihre Terrorattacken weiterhin übers Handy oder übers Internet planten. In Wahrheit ging es darum, die Bevölkerung zu überwachen und ganz legitim Benutzerprofile erstellen zu können, zwecks Optimierung des Wirtschaftswachstums, das stand für Widermann fest. Aber natürlich war er nicht so naiv zu glauben, daß sein Aufruf die Menschen tatsächlich veranlassen würde, in größerem Rahmen aktiv zu werden. Es ging darum, praktisch nichts Nutzloses mehr zu kaufen, die Supermarktketten und Fastfood-Restaurants zu boykottieren und nur noch in Notfällen das Handy zu benutzen. Außerdem rief er die Bürger dazu auf, sich zu Gruppen zusammenzu- schließen und dem Staat mit Steuerverweigerung zu drohen, falls dieser nicht sofort bestimmte Gesetze erließe. Dazu gehörten ein Importverbot für Produkte aus Billiglohnländern und Futtermittel aus der Dritten Welt sowie eine Beschränkung von Subventionsmitteln auf Unternehmen, die streng nach humanen, tiergerechten und ökologischen Richtlinien produzierten. Ferner regte er dazu an, Zellen des Tauschhandels aufzubauen, mit dem Ziel, die Konjunktur und letztlich die Wirtschaft des Überflusses so sehr zu schädigen, daß sie in nicht allzu ferner Zukunft zusammenbreche, in der Hoffnung, die Erde zumindest teilweise vor dem ökologischen und moralischen Kollaps zu bewahren. Anhand historischer Fakten versuchte er aufzudecken, daß das seit dem frühen Mittelalter bestehende Zinssystem im Kern einen global gewordenen Akt des Betrugs darstelle, der gewinnorientiert nur so lange funktioniere, wie er immer wieder zusammenbreche und viele Menschen um ihr Kapital bringe. Doch eigentlich zweifelte er daran, daß sein Gejammer um diese verderbte, böse Welt jemanden ernsthaft interessieren könnte, am wenigsten diejenigen, die es am meisten anging. Aber sein Aufruf im Internet, so vermutete Widermann, könnte eine ganz andere Instanz auf den Plan rufen: jene nämlich, die gar kein Interesse daran haben dürfte, daß sich solches Gedankengut unter der durch Finanz- und Wirtschaftsskandale erbosten Bevölkerung verbreitete, geschweige denn, daß es sich in die Praxis umsetzte. Denn der Aufruf war nicht von dem Schutzmantel der künstlerischen Meinungsfreiheit umgeben, wie dies üblicherweise bei literarischen Fiktionen der Fall ist. Es handelte sich um ein wohl kindisches, aber bitterböses politisches Pamphletchen. Doch sind nicht Kinder jene, dachte Widermann, die der Wahrheit hin und wieder ziemlich tief in die Augen schauen? Widermann wußte, daß er ein Kind war, ein böses Kind, das es nun einmal wissen wollte. Widermann wollte wissen, was es mit der Bekanntgabe von heute früh auf sich hatte. Er wollte den Staatsschutzdienst, den Nachrichtendienst oder wer oder was auch immer hinter der angekündigten Überwachung sämtlicher Kommunikationsmittel stand, prüfen. Daß er das damit verbundene Risiko massiv unterschätzte, ahnte er nicht. Widermann wähnte sich in einem urdemokratischen Staat. (S. 11-15) Aus Kapitel 4 ... Widermann begab sich ins Wohnzimmer und ließ sich in seinen Fauteuil fallen. Gleich würde er sich an den Computer setzen und zu schreiben beginnen. Zuerst aber gedachte er, sich in der weißen Stille seines Wohnzimmers zu sammeln. Wie eine warme Flüssigkeit umgab sie ihn, drang durch die Poren der Haut in sein Inneres, tränkte jede Faser mit ihrer beruhigenden Wirkung, floß in seinen Geist, in sein Denken vor, überzog die Bilder seines inneren Schauens mit einem weißen, seidigen Schimmer, bis er nach einer Weile das Gefühl bekam, selbst Teil dieser weißen Stille zu sein. Vielleicht empfand er sie bloß als weiß, weil in seiner Wohnung mehr oder weniger alles in Weiß gehalten war: der Flokatiteppich, die Wände, die Decke, die Sofagarnitur. Vielleicht assoziierte er die Stille auch mit Schnee, mit einer tief verschneiten Landschaft, worin jegliches Geräusch vom kalten, trockenen Weiß verschluckt wird. Hatten nicht verschiedenste Dichter dem Schnee, diesem alles zum Erstarren bringenden Weiß, eine archetypische Rolle beigemessen – die des Todes nämlich? Oder hatten sie in ihm bloß ein Instrument zur Beschönigung, zum Weichzeichner einer harten, unwirtlichen, mit Kanten und Ecken, mit Steinen und Stacheln gespickten Welt gesehen? Ging es diesen Dichtern angesichts einer verschneiten Welt besser, weil deren Makel, deren Häßlichkeiten durch die weißen, gleichmäßigen Rundungen, die ihnen der Schnee verlieh, für eine Weile in Vergessenheit gerieten? Widermann hielt mit seinen Gedanken plötzlich inne. Ein leichtes Gefühl des Schwindels strich durch seinen Kopf. Ihm war eben gewesen, als hätte ihn auf dem Polster seines Fauteuils etwas Unbekanntes nach rechts gezogen, so als hätte sich der Fauteuil zur Seite geneigt. Er rückte sich in seine vormalig aufrechte Lage, aber sogleich rutschte er wieder zur Seite. Widermann schnupperte. Der seltsame Geruch von heute früh lag immer noch in der Luft. Ihm schien, er hätte sich sogar verstärkt. Eigenartig, dachte er, was kann denn hier drinnen schimmeln? War der schimmelige Geruch wohl der Grund, daß die Schnecke in sein Wohnzimmer …? Widermann sog die Luft vorsichtig durch die Nase ein und pustete sie im gleichen Moment angewidert aus. Hatte sich vielleicht in der Industriezone vor der Stadt ein Unfall ereignet? War in einer der Chemiefabriken wieder einmal eine harmlose Substanz ausgetreten, wie es im nachhinein meistens hieß, die nun in einer Wolke über die ersten Wohnquartiere zog? Litt er bereits an einer Vergiftung? War das der Grund seiner Gleichgewichts- störung? Aber dann hätte es bestimmt Alarm gegeben. Hatte er es vielleicht mit Auswirkungen der unzähligen Mobilfunk- antennen zu tun? Oder stimmte etwas mit der Statik des Bodens, des Hauses nicht mehr? Eine Senkung des Fundamentes gar? Denn ihm war tatsächlich, als ziehe ihn die Schwerkraft nach unten. Er stand auf. Doch sogleich geriet er in Schräglage, was ihn augenblicklich veranlaßte, sein Gewicht vom linken auf das rechte Bein zu verlagern und sich an der Rücklehne des Fauteuils festzuhalten, da er das Gleichgewicht zu verlieren drohte. Zutiefst erschrocken klammerte er sich an der Lehne fest und versuchte sich einen Moment zu fassen. Er wußte, daß es bloß drei mögliche Ursachen für seine mißliche Lage gab: entweder eine Störung seines Gleichgewichtsorganes, eine Vergiftungserscheinung durch eine entwichene Giftwolke, oder es mußte heute früh eine Senkung des Bodens unter dem Fundament seines Hauses stattgefunden haben. Letzterem würde er jetzt gleich nachgehen. Er ließ von der Fauteuillehne ab, tat einen Schritt nach vorn, zog das hintere Bein nach und setzte den Fuß ab. «Das darf doch nicht wahr sein!» rief er ungläubig. «Der Boden hat sich gesenkt. Der ist vollkommen schief … eine Schräge …» In der Tat hatte er das Gefühl, als befinde er sich auf einer schiefen Ebene. Er spürte bei jedem Schritt die Kraft, die er aufwenden mußte, um die Steigung zu überwinden. Völlig verwirrt, sich an Stühlen, dem Salontisch und der Kommode festhaltend, stakste er auf den Gang zu, wo sich der große Wandschrank befand. Er öffnete ihn und zog eine Werkzeugkiste heraus. Dann entnahm er ihr eine Wasserwaage, ging vorsichtig, Schritt für Schritt zurück ins Wohnzimmer und trat vor die große Flügeltür. Dort begab er sich in die Hocke, zog den Teppich unter der Bodenleiste hervor und legte die Wasserwaage aufs Parkett. Die Blase in der Flüssigkeit pendelte sich ins Lot. Haargenau in der Mitte kam sie zum Stehen. Widermann kratzte sich am Kopf. An der Wasserwaage konnte es nicht liegen. Er stand auf, öffnete die Terrassentür und ging hinaus. Die Luft roch nach Flieder und gemähtem Gras. Keine Spur eines chemisch anmutenden Gestanks. Natürlich wußte er, daß nicht alle chemischen Substanzen gleichermaßen stanken, nein, einige rochen ganz angenehm, nach Honig, nach Mandeln oder nach gedämpftem Lauch, aber gerade die waren gefährlich. Erst jetzt merkte er, daß der Boden der Terrasse gerade war. Er ging ein paar Schritte, blieb stehen, atmete tief durch und stellte erleichtert fest, daß sein Schwindel bereits wieder am Abklingen war. Er drehte sich um und warf einen Blick durch die geöffnete Tür ins Wohnzimmer. Der Boden sah aus wie immer. Nichts, was darauf hingedeutet hätte, daß er abgesunken wäre. Genausowenig wies die Fassade irgendwelche Anzeichen einer Veränderung auf: keine Risse, kein abgeblätterter Verputz, nichts. Eine Viertelstunde später waren das Obergeschoß – ein paar leere, unbewohnte Räume – und der Keller inspiziert. Auch dort hatte er nichts Außergewöhnliches entdeckt. Die Böden im Obergeschoß und die des Kellers schienen in Ordnung zu sein. Es ging sich auf ihnen wie immer. Doch die Annahme, er sei eben einer Art physischer Halluzination unterlegen, erwies sich beim erneuten Betreten des Erdgeschosses als falsch. Sämtliche Räume, von der Garderobe über den Gang, vom Wohnzimmer bis zur Küche, vom Schlafzimmer bis zum Arbeitsraum, einschließlich des Bades, der Toilette und des Gästezimmers, vermittelten beim Betreten den Eindruck, als seien die Böden schief. Frau Zula, die er sofort mit diesem unbegreiflichen, eigentlich unmöglichen Phänomen konfrontierte, stellte zu seiner Beruhigung fest, daß es ihr genauso erging, was bedeutete, daß mit seinem Gleichgewichtssinn alles in Ordnung war. Wenigstens diese Sorge war er los. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, daß mit seinem Haus oder doch zumindest mit dem Erdgeschoß etwas nicht stimmte. Vielleicht hatte damals beim Bau eine unentdeckt gebliebene Wasserader sein Haus unterspült, ein Reservoir gebildet und nun das Terrain, auf dem das Haus stand, zum Absinken gebracht. Das würde auch den seltsamen Geruch nach Schimmel erklären, der wahrscheinlich an den Grundmauern hochkroch und die Schnecke angelockt hatte. Aber gleichzeitig bedeutete das, daß sie sich alle, mitsamt dem Haus, in großer Gefahr befanden. Das Haus konnte jederzeit einstürzen. Er mußte jetzt unverzüglich das Tiefbauamt informieren, die geologische Abteilung oder besser noch das Amt für Statik. Fachleute mußten der Sache auf den Grund gehen. (S. 58-62)Leserkommentare Super! Leserkommentar vom 24. August 2003: Frank Demenga läßt seine Romanfigur Ernst Widermann mit Biß und Humor agieren. Schon der Nachname verspricht, daß Herr Widermann (wider=gegen) nicht so ohne weiteres alles schluckt, was der Staat ihm vorgaukelt. Er macht sich seine eigenen Gedanken über den Zustand des Staates und der Wirtschaft und kommt zu dem Schluß, daß nicht der Staat, sondern die Wirtschaft das Land regiert. Als er dies via Internet bekanntgibt, wird er schnell darüber belehrt, daß Demokratie und freie Meinungsäußerung auch nicht das sind, was sie versprechen.... Gut gelungen ist dem Autor auch die Figur der Maria, der Haushälterin des Ernst Widermann, die dieser von seinen Eltern «geerbt» hat. Bei «Schräglage» handelt es sich nicht um einen Roman, der sich in ein bestimmtes Genre pressen läßt. Er ist einzigartig und unbedingt lesenswert! Geniale Lektüre Leserkommentar von Christian K., Basel (Juli 2008): Vielen Dank für diese geniale Lektüre von Herrn Demenga. Ich finde das Buch außerordentlich gut. Anfänglich ist es etwas mühsam zu lesen, aber ungefähr ab Seite 150 wird es extrem spannend. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, mir dieses Buch bei Ihnen zu bestellen. (...) Ich hoffe für Herrn Demenga, dass sich sein Buch gut verkauft. Es trifft den Nerv der Zeit für aufmerksame, kritische und spirituell suchende Menschen. Ich habe es noch nicht ganz zu Ende gelesen, aber habe es schon wärmstens weiterempfohlen.

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Sehnsuche
«Wahres Glück ist nicht, daß wir bekommen, wonach wir uns sehnen. Wahres Glück ist, daß wir überhaupt Sehnsucht verspüren.» Ronald Zürrer, Dichter der Sehnsucht nach dem Schönen, Wahren und Guten in einer dürftigen Zeit und Welt, legt in diesem edlen Bändchen eine Auswahl seiner schönsten poetischen Texte aus den vergangenen drei Jahrzehnten vor. Ob Gedicht oder Prosatext oder Aphorismus – hier schwingen geduldiges Einverstandensein und kraftvolle Rebellion harmonisch nebeneinander, hier leuchten Zuversicht und Einsicht in das innerste der Welt, hier atmen Sehnsucht und das Heimweh nach einer fernen Heimat, die nicht nur irgendwo jenseits des Universums existiert, sondern auch lebendig in jeder individuellen Seele schlummert. Bewegende und ermutigende Texte, wie sie die heutige Zeit braucht.Leseprobe Keine Wahl Sonnen steigen Sonnen sinken sie haben nicht die Wahl. Erden drehen Erden beben sie haben nicht die Wahl. Wellen branden Wolken regnen sie haben nicht die Wahl. Meine Seele spürt Heimweh mein Herz vermißt dich sie haben nicht die Wahl. Meine Finger schreiben schreiben über dich sie haben nicht die Wahl. (Ronald Zürrer, 2009, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Scherben Weiß ich zuviel von dieser Welt, hab ich doch nicht genug von ihrem Trug. Hab ich genug von dieser Welt, weiß ich doch nicht wie ohne sie. (Ronald Zürrer, 2009, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Verliebtsein und lieben Verliebtsein ist das berauschende Gefühl, als verlörest du den Boden unter deinen Füßen. Lieben aber ist zu erkennen und zu spüren, daß es unter dir einen Boden gibt, der dich trägt. (Ronald Zürrer, 2008, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Kein Denker Forscher haben erforscht, daß sie nicht weitertanzen, wenn die Kerze erlischt, daß keine Engel sie empfangen und sie niemandem wiederbegegnen, daß nichts ihrer wartet, keine Seligkeit, keine Folter. Ich bin kein Forscher. Denker haben erdacht, daß sie als Krönung einer langen Entwicklung zuhinterst thronen am Ende der Sackgasse, daß keine Götter sie erschufen und sie keinem Rechenschaft schulden, daß ihr Tun und ihr Denken und ihr Sein bloß Zufall sind und ohne Zweck. Ich bin kein Denker. Wissende wußten schon immer eine Antwort auf jede Frage, eine Klärung für jeden Zweifel, einen Trost für jeden Schmerz. Ich bin kein Wissender. Ich bin nur ich, ein Teil, ein Diener, ein heimwehkranker Liebender. Mehr ist nicht drin. Mehr ist nicht. (Ronald Zürrer, 2008, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Es gibt noch Wunder Es gibt noch Wunder, liebe Seele, sie geschehen im Verborgenen, meist ungeschaut, oft ungeahnt, und doch stets ersehnt und erfühlt. Sie erquicken unseren Lebensweg, sie beflügeln unseren Tanz, sie erwirken unser zehenspitzenes Glück. Sie geschehen um uns, in uns, mit uns, durch uns. Es gibt noch Wunder, liebe Seele, es gab sie immer und wird sie immer geben, sie geschehen jederzeit und allerorten. Sie trösten unsere Schmerzen, sie baden unser Herz in goldenem Glanze, sie streuen Süße auf unseren Tag. Sie erstaunen unsere Kinderseele und erweitern unsere Grenzen. (Ronald Zürrer, 2003, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Mönch Wie er wandert durch die Stille, Durch den Nebel, durch die Nacht, Nur geführt von Gottes Wille Und von Engeln wohlbewacht, Zweifelt nicht an Seiner Gnade, Dürstet nur nach Seinem Glück, Voller Sehnsucht auf dem Pfade, Der uns führt nach Haus zurück. (Ronald Zürrer, 2002, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Prüfung Um dich brausen Winde – Schließ die Fenster zu. In deinem Innern finde Den Frieden und die Ruh. Wo sich Gefahren ballen Da hält dich Engelsband, Und immer wirst du fallen Beschützt in Gottes Hand. Es kann dir nichts geschehen, Das Spiel ist längst nicht aus. Drum laß die Winde wehen, Sie tragen dich nach Haus. (Ronald Zürrer, 2000, aus «Sehnsuche») ____________________________________ Verloren Ich gehöre nicht hierher, nicht an diesen Ort und nicht in diese Zeit. Hier kann man solche wie mich nicht brauchen. Muß ich daher wechseln die Zeit, den Ort, mich selbst? Oder bin ich einfach unbrauchbar? Vielleicht steht ja mein Name irgendwo anders auf der Vermißtenliste. (Ronald Zürrer, 1993, aus «Sehnsuche»)

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Songbuch
Juliane Werdings Lieder erstmals in Buchform! Juliane Werding gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerinnen und hat im Verlauf ihrer bewegten Karriere das Publikum immer wieder mit ihrem Mut zu neuen musikalischen und persönlichen Experimenten überrascht. Nun werden ihre Lieder erstmals in Buchform veröffentlicht. Die 183 Texte aus den Jahren 1971–2001 zeichnen die Entwicklung einer selbstbewußten, kämpferischen und liebevollen Frau nach. Wie keine andere verbindet Juliane Werding darin Alltägliches und Hintergründiges, philosophische Tiefe und Sinnlichkeit, Lebensfreude und bissige Zeitkritik zu einer Einheit – der Einheit des Lebens in all seinen vielfältigen Facetten und Stimmungen. Im Songbuch wurden auch Lieder von den ganz frühen LPs der Siebziger Jahre berücksichtigt. Neben den Abbildungen aller Plattencovers enthält das Buch zudem seltene Photos aus dreißig Jahren Juliane Werding. Ein Juwel nicht nur für Fans. Hinweis: Text-, kein Notenbuch!Leseprobe Vorwort Liebe Freunde, wie oft bin ich in Fanbriefen oder während einer Tournee gefragt worden: «Gibt es eigentlich ein Songbuch von dir?» Und immer mußte ich antworten: «Nein, leider nicht. Ganz früher gab es mal eines, mit den ersten Liedern – aber danach nicht mehr.» «Das ist aber schade», bekam ich dann meist zu hören. Beim letzten Mal war es allerdings ein engagierter Verleger, Ronald Zürrer, der dies sagte, und dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Innerhalb kürzester Zeit hat er dieses Buch zusammengestellt, das ihr nun in Händen haltet. «Wie viele Lieder hast du aufgenommen in der ganzen Zeit?» – Puh, keine Ahnung, um ehrlich zu sein! In den dreißig Jahren meiner musikalischen Laufbahn wahrscheinlich ganz schön viele, aber wie viele genau? Tja, auch das konnte mir mein Verleger sagen, nämlich 222. Das ist echt eine ganze Menge, hätte ich nicht gedacht. Um das Textbuch aber nicht in einen richtigen Wälzer ausufern zu lassen, haben wir daraus eine Auswahl treffen müssen. So wurden hier alle Songs berücksichtigt, die heute noch auf einem Tonträger (CD) erhältlich sind, auch die von den ganz frühen LPs. An viele davon konnte ich mich selbst nicht mehr erinnern. Es ist ja nicht so, daß man ein Lied, das man einmal im Studio aufgenommen hat, auf immer im Gedächtnis behält. Die Texte jener Songs, die ich oft singe – im Fernsehstudio oder live auf Tour –, die bleiben natürlich im Kopf. Aber all die anderen? Etwa fünfzig Texte könnte ich wohl auf Knopfdruck auswendig runterrattern. Bei weiteren fünfzig wüßte ich zumindest, worum es inhaltlich geht. Aber die restlichen habe ich schlichtweg vergessen. Das mag seltsam erscheinen, aber stellt euch mal vor, jemand würde euch nach einem Schulaufsatz fragen, den ihr zum Beispiel in der ersten Hälfte des Schuljahres 1975 (sofern ihr da überhaupt schon auf der Welt wart) geschrieben habt?! Was im Gedächtnis bleibt, sind die Highlights, und der Rest versinkt im Ozean des Vergessens. Darum bin ich selber froh, nun diesen Überblick meiner Lieder vor mir zu sehen. Denn wenn ich jetzt die Texte lese, kann ich mich sofort wieder erinnern, wie es damals war und was ich gefühlt habe im Studio und mit den jeweiligen Produzenten, wie meine damaligen Lebensumstände waren, und vieles mehr. Eine andere Frage, die mir oft gestellt wird, lautet: «Wie kommen eigentlich die Songtexte zustande?» Nun, als ich noch nicht selbst getextet habe, gab es für mich immer eine bewährte Methode, die Lieder trotzdem authentisch zu gestalten: Ich sprach sehr intensiv mit den jeweiligen Textern, erzählte aus meinem Leben, über Dinge, die mich berührt hatten, oder von Geschichten, die ich gehört hatte. All diese Eindrücke wurden niedergeschrieben, und unter Verwendung meiner eigenen Worte wurde ein Liedtext dann zu «meinem Song». Das war wirklich eine gute Zusammenarbeit zwischen den Profis und mir damals. Aber irgendwann wollte ich es dann einfach selbst machen, vielleicht um noch ein bißchen mehr ich selbst sein zu können. Ich schrieb bereits einige Songs in den 70er und 80er Jahren, aber die richtige Entfaltung als Texterin kam erst Anfang der 90er Jahre zusammen mit Andreas Bärtels. Wie viele Stunden haben wir gemeinsam um Worte gerungen, haben gestammelt, Begriffe neu definiert, endlos diskutiert, haben Verständnis gesucht und schließlich doch wieder alles verworfen! Mit Andreas habe ich bestimmt an die 500 Texte geschrieben, von denen wir dann 400 wieder in den Papierkorb geworfen haben. Einige davon waren so ungewöhnlich, daß die Plattenfirma sich schlichtweg weigerte, ein Lied mit einem solchen Text zu veröffentlichen. Es waren grandiose Geschichten dabei, und es hat mir oftmals weh getan, mich dem Diktat eines Firmenchefs beugen zu müssen. Manchmal ist es auch so, daß man eine tolle Geschichte hat, aber irgendwie kommt sie zusammen mit der musikalischen Komposition des Liedes nicht richtig rüber. Dann ist es wichtig, seine Arbeit immer wieder neu zu hinterfragen, umzudenken, andere Ansätze zu suchen, umzuschreiben und die schon getexteten Refrains wieder aus dem Kopf zu bekommen, zuweilen auch ganz neu anzufangen. Wie oft haben wir für einen Song sechs oder sieben verschiedene Texte gemacht?! Mittlerweile schreibe ich vorwiegend alleine. Das ist zwar ein einsamer Job, aber ich kann mich so ganz klar darauf besinnen: Was will ich sagen, und wie will ich es sagen? Bin ich mir erst einmal darüber im klaren, dann steht der Text ziemlich rasch. Dann muß man überprüfen, ob der Text beim Zuhörer auch genauso ankommt, wie er gedacht war. Dabei kann man viele Überraschungen erleben, denn oftmals interpretieren andere Menschen viel mehr und ganz andere Dinge in Lieder hinein, als das, was der Autor eigentlich sagen wollte. Aber dann bin ich meist begeistert über so viel Phantasie und Lebendigkeit und denke: Das muß wohl ein guter Text sein, wenn er derart viel Raum für die Persönlichkeit des Hörers läßt! In diesem Sinne viel Spaß mit diesem Buch wünscht euch Juliane Werding, im Januar 2002

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Songbuch-Ergänzungsheft
Dieses Heft ergänzt das «Songbuch (Lieder 1971-2001)». Es enthält die Songtexte der beiden Alben «Die Welt danach» (2004) und «Sehnsucher» (2006).

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Sonnenliebe
Ein wundersamer Traum Hermann Hesses  das Erstlingswerk von Ronald Zürrer!SONNENLIEBE – was ist das? Ein Märchen? Ein Sonnengebet? Ein Glaubensbekenntnis? Eine Liebeserklärung an die Natur? Es ist ein wundersamer Traum Hermann Hesses, und es ist die Vereinigung von alledem und von tausend anderen bunt schillernden Gefühlen und zauberhaften Innenwelten.Ein Traum läßt sich nicht durch Worte einschränken, ein Traum hat keine Grenzen. So ist auch diese Traumbeschreibung nur ein sehnender Versuch, das Unbegreifliche darzustellen und das Unaussprechbare auf sterbliches Papier zu flüstern …Achtzehn Jahre nach seinem Tode begegnet der Dichter Hermann Hesse in einem Traum fünf jungen Menschen, denen er sich auf wundersame Weise brüderlich verwandt fühlt. Gleich ihm sind sie Wahrheitssuchende und Wanderer auf dem Weg nach Innen, dem Weg zu sich selbst und zur Quelle des Lebens. «SONNENLIEBE» lautet ihr Bekenntnis – die Liebe zur Sonne als dem Symbol des Göttlichen, des unendlichen Lichtes und der grenzenlosen Wärme in ihrem eigenen Innern.Als Sonnenkinder, als Töchter und Söhne dieses ewigen Lichts, sind sie flatternde Schmetterlinge im Garten der Welt, blühende Bäume im Walde allen Lebens. Ihre Geschichten und ihr Ruf singen nicht nur den glücklichen, dankbaren Dichter aus dem Schlafe, sondern schneien in der Folge auch warm und leise auf die Erde hinunter und vermögen jeden zu verzaubern und zu verwandeln, der mit SONNENLIEBE in Berührung kommt.Das eindrückliche Erstlingswerk von Ronald Zürrer – verfaßt im Alter von 18 Jahren – ist ein berührendes literarisches Kleinod und eine Offenbarung für alle Freunde der Sprache und der Inhalte von Hermann Hesses Werken. Es wird hiermit, nahezu dreißig Jahre nach seiner Niederschrift, erstmals veröffentlicht. Vervollständigt wird das Buch durch einige ebenfalls bisher unveröffentlichte Gedichte des jugendlichen Autors, dessen poetische Stimme die Gesellschaftskritik, die kompromißlose Aufbruchsbereitschaft sowie die Hoffnungen und Sehnsüchte einer ganzen Generation ausspricht.

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